Kalter Krieg um einen Eisbären

Berlin, 26. September 2011

Es ist aus Sicht der Eisbärenhaltung in Zoo und Tierpark Berlin ein sehr bedauerlicher Vorgang. Am Montag wurde der männliche Eisbär Troll wieder in den Tierpark gebracht. Nicht etwa weil die Verantwortlichen des Zoos Berlin zu der Erkenntnis gekommen waren, dass die Zusammenführung des Eisbären mit den drei Weibchen gescheitert war, sondern weil öffentlicher Druck dies veranlasst hat – eine unheilige Allianz  von Zoobesuchern, die mit viel Herz aber zuwenig Sachkenntnis täglich die Situation auf der Eisbärenanlage beobachten, Tierrechtlern, die gegen jegliche Wildtierhaltung opponieren, der Boulevardpresse, die sich gerne von beiden Seiten informieren lässt, und einem Amtstierarzt, der anstatt sich an Ort an Stelle durch eine sachgemäße Beobachtung ein eigenes Bild von der Sachlage gemacht hat, dazu hätte er nämlich mehr Zeit benötigt, sondern anscheinend aufgrund von Bildern und Videos zu einer Entscheidung gelangt ist .

According to the polar bear keepers at the Berlin Zoo and at Tierpark Berlin, it is a deplorable process.  On Monday, the male polar bear Troll was returned to the Tierpark.  It was not because the Berlin Zoo had concluded that the combination  of him and the three females had failed, but because of public pressure:  an unholy alliance of zoo visitors, people who think with their hearts and lacked knowedge of the situation observed in the polar bear enclosure, animal rights activists who oppose captivity for any wild animal, the tabloid press who were happy to inform on both sides of the issue, and a veterinary official, who instead of being on sciene to monitor  the situation personally, said he needed more time.  Apparently he made his decision based on pictures and videos.

Troll im Tierpark Friedrichsfelde in Berlin
Der Kommentar eines Lesers des Artikels des Tagesspiegels bringt es auf den Punkt:

„Ob ein schreibtischsitzender Tierarzt darüber befinden kann, ob es Handlungsbedarf gibt oder nicht, das darf angezweifelt werden. Protestbriefe von „aufgebrachten“ Tierschützern und vorliegendes Bild- und Videomaterial, sollten eine solche Entscheidung der Aufsichtsbehörde, nicht beeinflussen.“

A comment from a reader of the article in Tagesspiegels bring up this point:

„Whether it is appropriate for a desk-bound veterinarian to decide whether or not there is need for action, must be questioned.  Protest letters from ‚angry‘ animal rights activists and current picture and video material, should not affect a decision made by authorities.“

Quelle – Source:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/eisbaermaennchen-troll-darf-nicht-im-zoo-bleiben/4668982.html

http://www.tagesspiegel.de/berlin/kalter-krieg/4670128.html

2 Antworten zu “Kalter Krieg um einen Eisbären

  1. hallo ulli
    kalter krieg,das passt.nur in einem zoo hat der nix verloren.
    ich bin entsetzt was „tierschützer“ ohne sachverstand alles beeinflussen können.
    mir fehlen momentan die gezähmten worte zu dem skandal der da abgeht.
    ich hoffe es wendet sich noch alles zum guten dort, für mensch und tier.
    l.g.
    martina

  2. Hallo Ulli,

    ich darf über diese Sache gar nicht nachdenken, sonst kommt mir die Galle hoch. Schlimm finde ich auch, dass durch dieses Einmischen eine Kommunikation mit den Zooverantwortlichen mit Sicherheit dauerhaft gestört ist.

    LG Elke

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