Eisbärenbesuche: Hoffnungsvolle Vorbereitungen im Highland Wildlife Park

16. September 2016

Unser Besuch im Highland Wildlife Park begann, wie der im letzten Jahr mit diesem Anblick.

Our visit to the Highland Wildlife Park began as it had last year with this image.

Arktos chillte „drinnen“, wo es, wenn die Sonne scheint, kühler ist und er, wenn Wind und Regen über die schottischen Highlands fegen, Schutz vor den Unbilden des Wetters findet. An diesem Tag war das Wetter eigentlich ganz ok. Für schottische Verhältnisse eine schöner Spätsommertag mit blauem Himmel und einigen Wolken bei angenehmer Temperatur.

Arktos was chilling out in his shelter, where it is cool when the sun shines and  here’s where he finds protection from the weather when wind and rain sweep over the Scottish Highlands. This day the weather was actually okay. For Scotland, it was actually a sunny late summer day, with blue skies and only a few clouds. The temperature was pleasant.

Walker lag am anderen Ende des Geheges hinter dem Zaun, ganz oben, wo er einen guten Überblick über den größten Teil des Tierparks hat, außerdem kann er hier die Eisbärin Viktoria riechen, deren Gehege auf der anderen Seite des Hügels am anderen Ende des Wildlife Parks liegt, nicht zu sehen von diesem Teil des Parks.

Walker was hanging out at the other end of the enclosure, behind the fence. From there he had a nice view of most of the park, as well as being able to smell Victoria’s scent. She was in another enclosure on the other side of the hill at the end of the park and not visible from this spot.

So weit so gut. Beide Eisbären sahen großartig aus, mit dickem Fell und molliger Figur, und beide schienen sehr relaxt zu sein. Aber wie sah es auf der anderen Seite des Hügels aus, wo  Großbritanniens einzige Eisbärin zuhause ist?

So far, so good. The two looked lovely, with thick fur and plump figures, and both seemed very relaxed. But what could we see in the other enclosure on the other side of the slope, where Great Britains only female polar bear is at home?

Viktoria hatte sich gerade dazu entschlossen, ihren Hang herunterzuspazieren, an dessen oberen Ende ihre Innengehege liegen. Sie tat das sehr langsam und gemütlich. Kein Wunder! Denn schließlich wiegt die Dame im Moment deutlich über 400 kg! Eine kugelrunde Eisbärin.

Victoria had decided to go back down the hill that lies at the other end of both enclosures. She did it slowly and carefully. No wonder! At the moment, she weigh nearly 900 lbs. A nice, plump polar bear.

Die ansehnliche Wampe der Dame ist gewollt. Ihre Tierpfleger haben sich alle Mühe gegeben, dass Viktoria zunimmt. Schließlich hofft man auf Nachwuchs. Das Wort „hopefully“ (hoffentlich) kommt in allen Eisbärentalks gleich mehrfach zum Einsatz, egal, ob sie vor dem Gehege der Jungs oder der Eisbärin stattfinden. Und immer wird es im Zusammenhang damit benutzt, dass man in froher Erwartung ist, dass Viktoria in diesem Winter Jungtiere zur Welt bringen wird. Alle im Highland Wildlife Park träumen von kleinen Eisbären, die im nächsten Jahr zwischen den Birken des zweiten Eisbärengeheges herumtollen, am liebsten gleich drei Stück.

The lady’s belly is intentional.  The keepers have made every effort to keep her satisfied.  Of course, they’re hoping for cubs.  The word “hopefully” comes into all the polar bear presentation, regardless of whether they’re over by the guys or near the lady.  And always it is used in connection with the idea that Victoria might give birth this winter.  Everyone at the Highland Wildlife Park is dreaming of little polar bear, frolicking amongst the trees in the enclosure.  Three would be excellent.  

Neben dem Anfüttern der zukünftigen Mutter, gehört auch die Installation einer Kamera in der „Geburtshöhle“ zu den Geburtsvorbereitungen, einem speziellen Gehege hinter der normalen Innenbereich der Anlage, dass von der Zuschauerplattform nicht einsehbar ist. Obwohl der zoologische Leiter des Highland Wildlife Parks, Douglas Richardson, heimlich davon träumt, dass Viktoria sich ihre eigene Geburtshöhle in ihrem Hang gräbt.

In addition to treats for the expectant mother, a camera was being installed in the “birthing den”, a special area of the mother/cub enclosure, which is behind the inner part of the enclosure, and entirely hidden from the viewers platform. However, the Zoological Director of the Highland Wildlife Park, Douglas Richardson, secretly dreams that Viktoria will dig her own den in the hillside.

Dann wären aber die Arbeiten, die bei unserem Besuch am 16. September oben am Gehege durchgeführt wurden, umsonst gewesen. Da standen einige Fahrzeuge herum, eines mit dem Logo des Edinburgh Zoos. Man war gerade damit beschäftigt, die Kamera zu installieren, die dann hoffentlich, hopefully, im Winter Bilder von Eisbärenjungtiere zeigen wird.

But that would mean that the September 16 work would be in vain. Some vehicles were parked nearby, including one with the logo of the Edinburgh Zoo. They were busy installing the camera, which will hopefully show images of little polar bear cubs next winter.

Viktoria interessierte sich kein bisschen für die Handwerker da oben in ihrem Gehege. Sie schubberte sich ihr Fell an einem Baum, als sie unten an ihrem Teich angekommen war. Sie machte eine langsame Runde ums Wasser und suchte sich dann direkt hinter dem Zaun einen gemütlichen Schlafplatz mit einigen Kiefernästen als Kopfkissen. Zuerst kratzte sie sich noch an einer Stelle hinter dem Ohr, die juckte, dann sank der Kopf nach unten und ihre Augen fielen zu. Ganz schön anstrengend so eine Wanderung nach unten für die dicke Dame.

Victoria was not the slightest bit interested in all the work taking place in her enclosure. She groomed her fur against a tree, over by her pond. She made a slow circuit around the water, then checked out the bed she had made, with pine boughs for a pillow. At first they were itchy up by her ear, so she scratched a little, then her head bent down and her eyes closed. The chubby lady was tired from her little walk downhill.

Pünktlich zur Fütterung standen wir wieder am Gehege von Walker und Arktos. Walker hatte sich schon mal am Futterplatz in Position gebracht. Allerdings vermied er jegliche anstrengende körperlich Aktivität. Schließlich kann man auch im Liegen mit geschlossenen Augen darauf warten, dass der Tierpfleger, beziehungsweise wie an diesem Tag die Tierpflegerin, mit dem Futter kommt.

We arrived back with Walker and Arktos just in time for their meal. Walker was as usual in his place by the feeding station. He didn’t waste any efforts. You can always wait with your eyes closed, until the keeper, on this day a lady keeper, brings the grub.

Arktos hatte es sich ein Stück entfernt in einem Gebüsch gemütlich gemacht. Auch er schlief, scheinbar wenig daran interessiert, was da gleich passieren sollte.

Arktos, too, had made himself a little bed next in the bushes a bit away. There he fell asleep, seemingly little interested in what was about to happen.

Als dann aber der Golfwagen mit dem „Personal“ am Gehege ankam, waren beide Eisbären mit einem Schlag hellwach. Walker spielt sich, wenn ums Fressen geht im Moment gerne schon mal als Boss auf. Er „schnauzte“ Arktos erst einmal an, als der von hinten ankam. Der nahm es gelassen, machte einen Bogen um den unfreundlichen Kerl und fand nebenan einen Platz, wo er in Ruhe futtern konnte. Die Tierpfleger bemühen sich den beiden in einigem Abstand zueinander ihr Futter zuzuwerfen, damit es friedlich zugeht.

But when the golf cart with “Staff” came into the field, both polar bears were instantly awake.  In the moment Walker desires to be the boss when the food appears. He once made a little snap at Atktos, when he appeared on the scene, but Arktos took it calmly, made a little detour around his rival, and found a place where he could eat in peace.  The zookeepers attempt to give them food from each end, so that all remains peaceful.

Jetzt heißt das nicht, dass sich Arktos und Walker nicht gut verstehen. Sie schlafen meist aneinandergeschmiegt in einer Innenbox und spielen oft miteinander. Und wenn sie ihre Ruhe haben wollen, ist ja genug Platz vorhanden, um Distanz zwischen sich und den anderen Eisbären zu bringen.

But that doesn’t mean that Arktos and Walked don’t get along well. They sleep nestled up in the inside “bedroom” and often play together. And when they want a bit of peace and quiet, there is room for them to establish a little distance from the other.

Im Gegenteil. Die Tierpflegerin erzählte uns, dass Walker in der Zeit, als Arktos bei Viktoria war, seinen Kumpel sehr vermisst hat. Er suchte ihn im Gehege und zeigte deutlich, dass er nicht gerne allein war. Die Pfleger haben alles versucht ihn abzulenken und mit Spielzeug zu beschäftigen. Doch natürlich konnten sie ihm keine Wrestlingeinheiten bieten.

Actually, the keeper told us that, during the time when Arktos was over with Victoria, his pal actually missed him. He searched around the enclosure and made it clear that he was not happy to be alone. The keeper tried everything to distract him and to get him to play with his toys. But of course what was missing was another bear to wrestle with.

Als Arktos nach knapp zwei Wochen wieder in der Junggesellenanlage eingezogen war, gab es eine kurze Periode, in der Walker und Arktos einander „abtasteten“, nicht ganz sicher, wie der andere reagieren würde. Aber nach kurzer Zeit war alles wie vorher, nur das Walker nun gelegentlich derjenige sein möchte, der bestimmt, wo es lang geht, aber nur, wenn es ums Fressen geht. Es gab übrigens je eine „Eistorte“ für die beiden Eisbären.

When Arktos returned to the „bachalors-enclosure after two weeks, there was a brief period when Walker and Arktos had to feel each other out, not quite sure how the other might react. But it was only a little while and everuything was as before. However, Walker occasionally wants to take the lead, but only when it came to eating. This day each of them was given a polar bear popsicle treat for dessert.

Später beim Eisbärentalk an Viktorias Gehege erfuhren wir dann noch, dass die Eisbärin schon nach gut einer Woche Zusammensein mit Arktos deutlich gemacht hatte, dass der Kerl seine Schuldigkeit getan hatte und sie jetzt gerne wieder ihr Gehege für sich allein hätte. Arktos wurde im Absperrgehege von ihr getrennt. Doch bis er wieder zu Walker gebracht werden konnte, dauerte es dann noch einige Zeit, weil er auf Teufel komm raus nicht in die Transportbox hinein wollte. Man lockte ihn mit allerlei Leckereien. Doch ein kluger Eisbär weiß genau, was damit beabsichtigt ist, und kann sich dann ganz lang machen. Vorne wird gefressen und hinten verhindert die Tatze, dass die Tür der Box geschlossen werden kann.

Later, at the presentation over on Victoria’s side, we were told that after just a week being together with Arktos, Victoria had made clear that the guy had done his duty, and she was ready to be in her enclosure alone again. Arktos was isolated in a separate enclosure. But it took some time until they could transport him back to Walker because he didn’t want to go into the transport crate, come hell or high water. They tried to lure him with all kinds of treats. Still a smart polar bear knows what’s up and can take his own sweet time. He eats the stuff at the front, all the time with a rear paw in the way of the door being closed.

Arktos stand von Beginn an der Transportkiste misstrauisch gegenüber, während Walker, der schon als Jungtier in Rhenen ein Boxtraining absolviert hatte, von Beginn an freiwillig in die Kiste kletterte. Neugierig und überhaupt nicht besorgt. Nur er sollte ja nicht zu seiner Tante Viktoria.

Arktos had always been mistrustful of the transport crate, while Walker, who had undergone some training as a cub in Rhenen, always entered the crate quite readily. He would be curious but not worried about where he was going. Only this time, he wasn’t going to romance his aunt Victoria.

Diese lag, während wir Una Richardson beim ihrem „Polar Bear Talk“ zuhörten, im Wasser und genoss die Sonne. Irgendwann stand sie dann auf und marschierte nach oben, wo immer noch am Innengehege gearbeitet wurde. Vielleicht wollte sie mal nachschauen, warum das denn so lange dauerte. Handwerker muss man schließlich kontrollieren. Die Cheftierpflegerin nahm das als Hinweis nun zum Schluss zu kommen. Sie verwendete ein letztes Mal „hopefully“ für ihren Wunsch, dass dann auch die Kameras funktionieren werden, wenn sich Viktoria Weihnachten hoffentlich um ihren Nachwuchs kümmern wird.

Victoria was lying in the water and enjoing the sun, while we were listening to Una Richardson’s “polar bear talk”. Eventually Viktoria got back up again and worked her way back up to the top. She was on patrol. Perhaps she wanted to know, why the works took such an extraordinary length of time. Craftsmen had to be controlled. The head keeper took this as sign to finish her talk with a last „hopefully“ for her wish that the camera will work, when Viktoria snuggles down with her babies for Christmas.

Wer die rundliche Viktoria mit eigenen Augen sehen will, hat noch bis Ende Oktober Zeit dazu. Dann wird der Weg zu ihr hinauf geschlossen, um ihr die nötige Ruhe zu geben, sich für eine Geburt zurückzuziehen. Und alle im Highland Wildlife Park werden dann nervös in guter Hoffnung warten, was geschehen wird. Wir drücken die Daumen!

If you want to see the pudgy Viktoria with your own eyes, you can go visit until the end of October. Then the path to her side will be closed, to give her absolute peace, in case she decides to give birth. Everyone at the Highland Wildlife Park was hopeful but nervous. What will happen? Cross your fingers!

 

Mehr Fotos gibt es hier / More photos here: https://www.flickr.com/photos/ullij/albums/72157674479030736

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7 Antworten zu “Eisbärenbesuche: Hoffnungsvolle Vorbereitungen im Highland Wildlife Park

  1. Eisbärbabys sind immer Willkommen!

    LG Brigitte.

  2. Eisbärbabys wären wunderschön!

    LG Brigitte

  3. Hopefully, das wäre wirklich schön!
    Danke für diesen guten Bericht und die wunderbaren Aufnahmen.
    Liebe Grüße,
    Brigitte

  4. Hallo Ulli,
    Ein toller Bericht über die drei Highlander-Bären in ihrer prachtvollen Residenz
    Viktoria die “ Wuchtbrumme“gefällt mir gut 🙂
    auch gefällt mir diese Aussage von Douglas Richardson :
    Richardson added: “In an ideal world, conservation would happen first and foremost in the wild, but unfortunately this is not the scenario we are dealing with. The next best thing is a combined approach, with in-situ and ex-situ work taking place simultaneously and in a joined up manner. The zoo community has a duty of care to help this species survive and collectively our work is helping to preserve as varied a mix of genes as possible; it will also maintain the option of being able to return animals to the wild at some point in the future. Whilst Victoria’s cubs will never go back into the wild themselves, further down the line her offspring may well play a key role in restoring or augmenting populations in the Arctic.”
    Quelle:http://www.wildlifeextra.com/go/news/Polar-Bear-Breeding-Begins-In-The-Highlands.html#cr
    mit diesem tollen Pflegerteam , den relaxen Bären und etwas Glück
    könnte es was werden mit den neuen „hopefully Bären“ 🙂

  5. Vielen Dank für den anschaulichen Bericht über die drei schönen Eisbären. Schmunzeln musste ich, als ich las, dass Viktoria nach einer Woche des Zusammenseins Arktos klar machte, dass er ja nun seine Schuldigkeit getan hätte. Genauso benimmt sich nämlich die Nürnbergerin Vera, die nach 8 – 10 Tagen auch wieder ihre Ruhe haben will. Die beiden Damen benehmen sich meiner Meinung nach total wie Eisbärinnen in der Arktis. Wobei diese ihre Partner wieder in die weiße Wüste schicken können, und auch bei Viktoria ging es problemlos durch die riesigen Gehege. Während die Nürnberger Eisbären ja schöne große Gehege haben, aber sie sind nur durch eine Glasscheibe getrennt und der arme Felix trauert dann seiner Vera schon noch eine Zeitlang nach.
    Tja, „Beziehungskisten“ sind auch bei Eisbärs nicht einfach!
    Liebe Grüße Heidi

  6. Danke für den ausführlichen Bericht über das Bärentrio.
    Viktoria mit der molligen Gestalt begleiten auch meine hoffnungsvollen Wünsche für eine Trächtigkeit. Zwillinge wären schon toll – Drillinge eher vermessen.
    Alles in den riesigen Gehegen sieht toll aus, da gehören einfach bald Babyeisenbären hinein.
    Viel Glück!

  7. Das muss ein sehr schoener Besuch gewesen sein!
    Ja, dann warten wir mal…. hopefully……

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