Eisbärenbesuche – Yorkshire Wildlife Park: Teil II – Wrestling, Ballspiele und eine Erfrischungsbad

Doncaster, 20. September 2016

Part II – Wrestling, ball games, and a dip in the lake

Wenn das was wir bisher erlebt hatten, das Vorspiel war, kam jetzt der I. Akt:

If the events we had experienced so far were the prelude now followed act one.

Szene 1: Pixel und Nobby – zwei richtig gute Freunde

Scene 1:  Pixel and Nobby, two really good buddies

Pixel schaute noch einmal zu uns herüber und dann ging es hinüber zum See. Er wusste genau, wo er hinwollte. Er musste nur zuerst noch die richtige Stelle finden, um ins Wasser hineinzuspringen. Nobby wartete schon auf ihn.

Pixel took another look at us then went over to the lake. He knew what he was doing. First he had to find the right jumping off spot. Nobby was already waiting for him there.

Man merkte beiden Eisbären an, dass sie ihre spielerische Rauferei richtig genossen. Nobby schien froh zu sein, dass sein Kumpel endlich bei ihm war. Er förderte immer wieder neue Spielzeuge aus den Tiefen des Sees nach oben, zeigte sie Pixel und dann begann der Wettstreit darum, wem das Stück Plastik, von dem man nicht mehr erkennen konnte, was es einmal gewesen war, oder den Knochen, der sicher auch schon lange im Wasser lag, gehören sollte. Ein Großteil der Balgerei fand unter Wasser statt.

It was evident that both polar bears really enjoyed play-fighting.  Nobby seemed relieved to have his pal there with him.  He always found new toys at the bottom of the lake, showed them to Pixel, then the contest began.  All to see who would win the prize piece of plastic –  whatever it had been originally, it was unrecognizable now –  or the bone that certainly had spent a long time underwater.  A lot of the battle took place underwater.  

Alle Fundstücke landeten wieder im See, die Eisbären immer wieder auf dem Felseninselchen in der Mitte des Sees – Nobby mal gefolgt von Pixel, mal allein. Von oben konnte er den älteren und noch etwas größeren Bären im Wasser besser „angreifen“. Pixel ließ es sich gefallen. Es wird nicht mehr lange dauern, dass man die zwei kaum noch unterscheiden kann. Nobby und Pixel haben eine ähnliche Figur und beide lange schlanke Nasen. Noch gibt es einen Größenunterschied, aber das wird sich bald ändern. Nicht nur ich hatte Probleme, auch eine Tierpflegerin, die ihren Kollegen zwischendurch abgelöst hatte, verwechselte die zwei, was wir erst entdeckten, als die beiden Eisbären wieder nebeneinander standen und man sehen konnte, wer größer war. Im Yorkshire Wildlife Park ist fast die ganze Zeit ein Mitarbeiter am Eisbärengehege, der die Eisbären beobachtet und die Fragen der Zoobesucher beantwortet.

Everything eventually got lost in the lake. Time and again a bear would climb on the little island in the middle of the lake – always Nobby followed by Pixel, or sometimes alone. From the islet he could better “attack” the slightly older and slightly larger foe. Pixel loved it! In only a moment, you wouldn’t be able to tell them apart. Nobby and Pixel have a similar shape, and both have long, thin noses. There was still a difference in size between the two, but that will soon change. And I wasn’t the only one who had trouble telling them apart, the keeper, who had come to relieve her co-workers, did too! She was confused until we saw them standing side-by-side then it was easy to see which was larger. At the Yorkshire Wildlife Park, there is almost always someone available to keep an eye on the bears and to answer questions from visitors at the polar bear enclosure.

Mehr Fotos von / More photos of : Nobby und Pixel

Szene 2: Nissan und der blaue Ball oder das Runde muss in den Korb.

In Gehege auf der anderen Seite des Weges beschäftigte sich Nissan mit einem großen, blauen Ball. Er balancierte ihn elegant auf einer Vordertatze, während er rückwärts durchs Wasser schwamm. Unterwegs entdeckte der einen Ast, der natürlich auch eingesammelt werden musste. Weil er keine Tatze mehr frei hatte, klemmte er ihn sich zwischen die Zähne und transportierte Ball und Ast gleichzeitig durchs Wasser.

Scene 2: Nissan and the blue ball that belonged in the basket

In the enclosure on the other side of the road, Nissan was having fun with a large, blue Ball. He balanced it elegantly with his forepaws, while he swam backwards through the water. En route, he came upon a branch, which naturally had to be collected. Since he had no forepaws free, he used his teeth to grab it and transported both the ball and the branch through the water.

Später wurde der Ball mit Kraft unter Wasser gedrückt, wo er natürlich nicht bleiben wollte. Nissan schien entschlossen, den blauen, runden Gegner besiegen zu wollen. Er hatte zwar keinen Kumpel zum Raufen, aber auch der Ball leistete Widerstand.

Later the ball was forced powerfully under water, where it of course would not rest. Nissan seemed determined to to defeat his round, blue opponent. He had no buddy available, but the ball offered resistance of a sort.

Am Ende musste der Ball sicher untergebracht werden. Ein blauer Plastikkorb schien der richtige Ort zu sein. Also hinein damit. Oder doch nicht. Der Ball wurde wieder herausbugsiert und Nissan schaute noch einmal genau nach, ob nicht sonst noch etwas im Korb zu finden war.

In the end, the ball had to be put away carefully. A blue plastic basket was evidently the right place for it. So put it in! Or maybe not. The ball bounced away again, and Nissan again looked at the basket, to see if there was something interesting there.

Er fand den Knochen mit den Fleischfasern wieder und knabbert ein bisschen darauf herum, bis Viktor sich entschloss aufzustehen und zu ihm herüber zu wandern. Das war Nissan dann doch nicht geheuer.

He found the bone with the shreds of meat again and had a nibble or two until Viktor decided to walk over toward him. This apparently made Nissan edgy.

Mehr Fotos von / More photos of Nissan and the blue ball
Nissan und dem blauen Ball (Nissan and the blue ball)

Szene 3: Viktor und Nissan – Vorsicht ist, was wir bei anderen Feigheit nennen.

Scene 3: Viktor and Nissan, only cowardice can stop you now

Der Tierpfleger erzählte mir, dass Nissan und Nobby noch sehr viel Respekt vor Viktor hätten und immer eine große Distanz zu ihm einhielten. Wenn er sich nähere, dann suchten sie das Weite.

The keeper explained to me that Nissan and Nobby were very respectful of Victor and kept their distance from him. When he got close, they went on the run.

So war es auch jetzt. Viktor kam nach vorne und Nissan verzog sich nach hinten. Der große Eisbär wanderte um den See herum, der junge ebenfalls, immer darauf achtend, dass stets das Wasser zwischen ihnen war. Nissan wirkte dabei keineswegs so, als ob er Panik hätte. Er war einfach vorsichtig. Viktor ist schließlich ein riesiger Bär

That’s how it seemed to play out now. Victor came into view, and Nissan moved back. The big polar bear wandered around the lake and the younger one, too, but he always made sure to keep water between them. Nissan didn’t looks panic-stricken, but he was cautious. Victor has grown to be an enormous bear.

Mehr Bilder von / More photos of  Nissan und Viktor

Szene 4: Viktor – Eine kleine Erfrischung

Scene 4:  Viktor takes a bath

Die letzte Szene gehört Viktor alleine. Er war wohl der Ansicht, dass es jetzt Zeit für ein erfrischendes Bad war, obwohl es eigentlich alles andere als warm war. Vielleicht wollte er sich aber auch nur optisch kleiner machen, damit Nissan sich näher an ihn herantraute. Man kann es nicht genau wissen, aber ich denke, er hätte auch Lust auf ein paar Wrestling-Einheiten gehabt. Auf mich wirkte er jedenfalls freundlicher als früher in Rhenen, wo er immer ein bisschen grimmig ausgesehen hatte. Er saß entspannt im Wasser und schaute zu uns herüber.

In this last scene, Victor appears alone. He seemed to think it was now time for a bath although it was hardly warm out there. Perhaps he just wanted to minimize his appearance, so Nissan would come closer. One cannot be certain, but I think he wanted to wrestle. At the very least, he seemed friendlier than he ever did in Rhenen, where he always seemed rather grim. He relaxed in the water and looked over at us.

Wir waren trotz der kühlen Temperaturen und der beständigen Nässe von oben happy. Wir hatten alle vier Eisbären in Aktion erlebt und alle vier sahen großartig aus und waren ausgeglichen und mit sich beschäftigt. Aber jetzt mussten wir uns dringend aufwärmen und eine Tasse Kaffee würde auch nicht schaden.

We were happy about the whole thing, in spite of the chill and the damp. We had seen all four polar bears playing, and they all looked awesome and found ways to keep themselves busy. On the other hand, we thought this was the moment that a cup of coffee would do no harm.

Aber das war noch nicht alles, was der Besuch im Yorkshire Wildlife Park für uns bereit hielt. Es sollte noch wilder werden.

But that wasn’t all that the visit to the Yorkshire Wildlife Park had to offer us. Much is still to come.

Mehr Bilder von / More photos of  Viktor

Fortsetzung folgt. – Another sequel follows …

7 Antworten zu “Eisbärenbesuche – Yorkshire Wildlife Park: Teil II – Wrestling, Ballspiele und eine Erfrischungsbad

  1. schön ist das alles!Herzlichen Dank!

    LG Brigitte

  2. Vielen Dank für den Bericht🙂

    Nobbys Vater Yoghi.
    Heute Zoo Hellabrunn, Mutter Giovanna ist schon räumlich getrennt (von Yoghi).

    Bild 119436a_01

  3. Hallo Ulli,
    Diese Eisbärparks sind einfach klasse🙂 und irgendwie echt persönlich .(immer ein Pfleger vorm Gegege,davon kann man ja hier nur träumen ) Ich würde sie jedem Bären gönnen,aber das wäre ja schon platztechnisch nen Ding der Unmöglichkeit.
    Den Vieren jedenfalls gefällt er dort wohl richtig gut🙂
    ob Viktor vielleicht noch zum Playboy mutiert😉

  4. Hallo liebe Ulli und lieber Gerhard,

    danke für die tolle Fortsetzung.

    Schade, dass so eine Art von Gehegen und Anlagen in Deutschland nicht umsetzbar oder/und auch nicht gewollt ist.
    Dafür würde ich gern ein paar Euro mehr für eine Tageskarte oder einer Dauerkarte bezahlen.

    Freu‘ mich auf Teil 3.

    Viele Grüße
    ManuELA

    • @ Hallo Ela,

      es gäbe bestimmt auch in Deutschland die Möglichkeit so etwas aufzubauen. Wenigstens was die Räumlichkeiten angeht. Was manchmal fehlt ist der Wille. Bei 160 ha im Tierpark spielen 4 ha kaum eine Rolle. Vielleicht passt so eine „Billiglösung“ nicht in das Bild eines deutschen Zoos oder Tierpark.

      Ich gebe dir aber in dem Punkt Recht, dass man eine Unterscheidung zwischen Stadt- und Landzoo machen muss.

  5. Ein wunderbarer, informativer Bericht, mit tollen Bildern von vier prachtvollen, lebensfrohen Bären! Ich bin sehr dankbar, dass es den YWP gibt!.
    Vielen Dank für den bebilderten Bericht!
    LG Heidi aus Erlangen

  6. Hallo Ulli,
    einfach toll – ich weiss nicht, was ich sonst noch schreiben koennte!
    Was ich ja auch so super finde, das ist ,dass immer ein Pfleger am Gehege ist. Das waere in allen Zoos wuenschenswert! Ich bin mir aber schon im Klaren, dass das unmoeglich ist.
    Baerige Gruesse aus Kanada,
    Christa

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s