Eisbärenbesuche – Zoo Prag: Bora, Berta und Tom trotzen der Hitze – mehr oder weniger.

Prag, 29. Mai 2017

Am 5. Tag unseres Urlaubs standen wieder drei Eisbären auf dem Programm. Eines der Beispiele wo Mutter und Tochter schon lange Zeit mehr oder weniger friedlich miteinander eine Anlage teilen, zusammen mit einem Eisbärmann, der immer noch eine recht schlanke und ranke Figur hat.

Es war ein wunderschöner Frühsommertag mit hochsommerlichen Temperaturen. Das richtige Wetter für einen Tag im Schwimmbad oder an einem See. Trotzdem waren wir nicht die einzigen, die sich kurz vor neun Uhr in die Schlange vor der Kasse des Zoos von Prag einreihten und darauf warteten dass der Zoo öffnete. Als wir unseren Obolus bezahlt und das Drehkreuz am Eingang passiert hatten, meldete die Besucheruhr am Eingang, dass mittlerweile 247 Besucher im Zoo waren. Draußen warteten noch viele Kindergruppen.

Es war vier Jahre her, dass wir Bora, Berta und Tom das letzte Mal besucht hatten und ich freute mich besonders darauf die 30 Jahre alte Bora. Doch eigentlich hatte ich wenig Hoffnung bei um neun schon gefühlt 30° im Schatten überhaupt einen aktiven Eisbären zu sehen. Wir dachten, dass die Chancen dafür am Morgen am größten seien, und strebten als erstes den Hügel hinauf zur Eisbärenanlage. Unsere Befürchtungen wurden bestätigt. In der linken größeren Anlage spuckte in einer Ecke eine Schneemaschine unbeachtet weiße Flocken, die sich unten am Boden zu einem kleines Hügel aufhäuften. Nur in der Tür, die oben in den zweiten Anlage den Eisbären den Zugang zu den Innengehegen erlaubt, konnten wir den Kopf eines schlafenden Eisbären entdecken. Tom steckte einmal kurz die Nase nach draußen. Viel zu warm. Er zog sich schnell ganz nach drinnen zurück. Das fing ja prima an. Gut, dass es im Zoo von Prag noch viel mehr zu entdecken gibt.

Wir machten eine kleine Runde und gönnten uns ein zweites Frühstück und kehrten kurz vor Mittag zur Eisbärenanlage zurück. Und siehe da, der Wassergraben des großen Geheges lag jetzt im Schatten der Bäume und Tom und Berta fanden, das sei genau der richtige Zeitpunkt, um ein paar Bahnen zu schwimmen. Jeder für sich, eine eher sportliche Beschäftigung. Bora „überwachte“ ihre junge Gefährten vom Land aus, wobei sie möglichst die sonnigen Stellen mied und sich die Beine im Schatten vertrat.

Die alte Dame sah gut aus und war trotz ihres Alters fix unterwegs. Sie trägt immer noch einen besonders dichten, langen Pelz und hat immer noch eine sehr rundliche Figur. Laut einem Schild am Gehege ist Bora das „Leckermaul“ der Dreierbande. Sie liebt Rinderknochen , Meeresfrüchte und Äpfel oder in Eis gefrorenes Gemüse. An diesem Tag gab es aber nichts für sie zu futtern. Wir hätten es ihr gegönnt.

Plötzlich schien irgendetwas ihre Aufmerksamkeit geweckt zu haben. Sie kletterte die Serpentinen hoch, ignorierte den Schneehügel, der nur deshalb nicht kleiner wurde, weil es von oben immer wieder Nachschub gab, und schaute in die Türen zum Innengehege hinein und verschwand in einer, die hinter ihr geschlossen wurde.

Was da oben passierte, interessierte jetzt auch die beiden Schwimmer. Zuerst kletterte Tom aus dem Wasser. Jetzt zeigte sich der Altersunterschied zwischen den Eisbären. Der junge Wilde nahm die Abkürzung, kletterte an einer Ecke nach oben, den vorgegebenen Serpentinenweg ignorierend. Er kam trotzdem zu spät oben an. Alle Türen waren zu. Tom soll der spielfreudigste Eisbär der Prager Eisbären sein. Es war ihm aber wohl zu warm zum Spielen oder das was im Gehege lag, war schon abgespielt. Die meisten Eisbären sind da wie kleine Kinder nur neue Spielsachen sind interessant.

Nach einiger Zeit folgte ihm auch Berta. Sie schienen irgendwie irritiert, wechselten zum kleineren Gehege, dort war die Tür aber auch zu. Eine Tür im großen Gehege öffnete sich, Tom verschwand nach drinnen, kam aber schnell wieder heraus. Berta mied vorsichtig lieber gleich die Innengehege.

Es dauerte nicht lange, da war auch Bora wieder draußen und im kleineren Gehege die Tür wieder offen. Jetzt wechselte alle drei nach rechts und jeder schaute mal drinnen nach, was los war. Berta war allerdings diejenige, die immer wieder sofort nach draußen kam, sobald Tom hinein ging. Allzu viel Nähe schien ihr an diesem Tag nicht zu behagen. Das entspricht auch ihrem Naturell wie eine Tafel am Gehege informiert. Berta ist gern für sich allein, was auf einer recht kleinen Anlage, wie der des Zoos Prags, gar nicht so einfach ist. Draußen zeigten alle drei Eisbären jedoch keine Aggressionen, aber auch kein großes Interesse aneinander.

Im Gegensatz zu Bora haben Tom und Berta eine schlanke Figur und auch kein ganz so dichtes, dickes Fell. Tom ist deutlich größer als die beiden Weibchen. Trotzdem sah es für uns beim Zuschauen so aus, als ob Bora in dieser Gemeinschaft die Hosen anhat.

Wir schauten, den drei Eisbären eine ganze Zeit von der Parkbank aus zu. Mit der Zeit legte sich die Aufregung über die geschlossenen und wieder geöffneten Türen. Ich vermute, drinnen wurde sauber gemacht und die Eisbären hatten vergeblich auf einen Snack gehofft. Bora und Tom verschwanden nach drinnen. Nur Berta blieb lieber draußen.

Als wir am Ende unseres langen, heißen Zootages ziemlich müde noch einmal bei den Eisbären vorbei schauten, lag Berta draußen im Schatten und schlief. Ursprünglich hatte man sie übrigens Albert getauft, weil man sich in ihrem Geschlecht geirrt hatte. Ihre Mutter Bora und das Männchen Tom waren nicht zu sehen. Ich konnte Berta verstehen. Ich hatte auch große Lust meine müden Füße hochzulegen und mich auszuruhen. Aber dazu mussten wir noch ein Stück zurück zu unserem Wohnmobil laufen, das auf einem Campingplatz in der Nähe des Zoos stand. Die Anzeige der Besucheruhr war auf fast 6000 Besucher geklettert, als wir den Zoo verließen.

Mehr Fotos von Bora, Berta und Tom

Advertisements

2 Antworten zu “Eisbärenbesuche – Zoo Prag: Bora, Berta und Tom trotzen der Hitze – mehr oder weniger.

  1. Großartig, da will ich auch hin!!!
    Wenn ich es schaffe, seid Ihr die Ersten, die es erfahren 🙂 🙂 🙂

    P1010916a_964

  2. Hallo Ulli, vielen Dank für deinen interessanten Bericht. Im August soll es endlich soweit sein, dass auch ich die Bären kennenlernen kann. Für Tipps sind wir natürlich dankbar. 🙂

    LG Elke

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s