Eisbärenbesuche – Zoo de Mulhouse: Ein Ball und ein quicklebendiges Eisbärenkind und seine Familie.

Mulhouse, 30. September 2017

Endlich hatten wir es geschafft, wir standen vor der Eisbärenanlage im Zoo von Mulhouse und konnten mit eigenen Augen die Tochter von Sesi und Vicks bewundern. Es hatte schon drei Anläufe gegeben, aber jedes Mal war etwas dazwischen gekommen. Nanuq war auf der rechten Anlage allein unterwegs, ihre Mama Sesi war oben im abgesperrten Mutter-Kind-Bereich. Der Schieber nach draußen war natürlich offen, aber die junge Mutter hatte offenbar keine Lust ihrer Tochter Gesellschaft zu leisten, obwohl sie ihren Nachwuchs durch den Zaun immer im Auge behielt.

Nanuq war sich selbst genug. Sie spielte ausgelassen mit einem ziemlich ramponierten Fußball am Wasserbecken. Der Ball wurde immer wieder ins Wasser gekickt oder geworfen und die junge Bärin folgte ihm in hohen Bogen. Im Tatzenball wäre Nanuq eine gefragte Spielerin, wenn es das denn als Mannschaftssportart für Eisbären gäbe.

Nanuq und ihr Ball

Im Gehege nebenan wanderte ihr Vater Vicks, immer noch ein bisschen von der Situation mit seinem Nachwuchs, unerreichbar im Nachbargehege, beeindruckt, am Rand des Wasserbeckens entlang. Allerdings unterbrach er seine Wanderung immer wieder, um ein paar Runden zu schwimmen. Da an diesem Samstag Anfang Oktober am Morgen noch nicht viele Besucher im Zoo waren, konnten wir ihn ungestört durch die Scheiben beobachten und sogar – fast ohne Spiegelungen – fotografieren. Das vorhandene variantenreiche Spielzeug, das überall im Gehege verteilt war, blieb allerdings unbeachtet.

Im Frühjahr haben sich viele Eisbärenfans, die Vicks aus Rotterdam kannten, Sorgen um ihn gemacht. Der junge Vater hatte sich die Trennung von Sesi so zu Herzen genommen, dass er den Appetit verloren hatte. Er war schon vorher zu einem großen, aber eher schlanken Eisbärenmann herangewachsen. Aber in diesem Frühjahr war er einfach zu dünn geworden. Auch seine Tierpfleger waren besorgt und bemühten sich sehr, dass er wieder mehr Fleisch auf die Rippen bekam. Nun sieht er wieder gut aus. Wenn man die Bilder vom Juni 2016 mit denen aus diesem Jahr vergleicht, fällt zwar auf, dass er immer noch ein paar Kilo zunehmen könnte, aber viel Gewicht fehlt nicht mehr.

Oben Vicks am 30.09.2017 – Unten am 17. Juni 2016

Vicks schwimmt

Schließlich entschied auch Sesi, dass es Zeit für einen kleinen Rundgang durch ihr Gehege war. Irgendetwas erregte ihre Aufmerksamkeit im Nachbargehege, aber es schien nicht allein Vicks zu sein. Am Ende des Geheges richtete sie sich auf und schaute konzentriert in Richtung der Wolfsanlage. Vielleicht waren dort Tierpfleger und die Eisbärin hoffte, dass sich einer von ihnen auf den Weg zu ihr mit einem kleinen Imbiss zwischendurch aufmachte. Aber ihre Hoffnung wurde nicht erfüllt.

Ihre Tochter Nanuq spielte indessen weiter vergnügt und mit viel Ausdauer im Wasserbecken. Ein Spielzeug schien ihr nicht zu reichen. Sie sammelte neben dem Ball einen großen Autoreifen, einen weißen Kanister und ein dickes Stück Holz ein und transportierte ihre Beute mal über, mal unter Wasser durch das Becken. Je komplizierter das Spiel war, um so mehr Freude schien es ihr zu bereiten. Der Kanister wurde bearbeitet, der Ball in einen schwarzen Plastik Bottich, der im Wasser schwamm, gestopft. Sie tauchte durch den Reifen nach dem Ball, warf ihn, den Reifen immer noch um den Hals, hoch in die Luft oder balancierte ihn auf der Tatze. Es machte viel Freude ihr zuzusehen.

Ihr Papa Vicks schaute immer mal wieder am Fenster nach, wer da so alles in den Zoo gekommen war, um ihm beim Schwimmen zuzuschauen. Wir freuten uns daran, dass wir recht oft alleine vor der Scheibe standen und immer mal wieder einen Versuch starten konnten, ihn dabei abzulichten.

Mehr Fotos von Vicks

Sein Nachwuchs im Gehege nebenan zog deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich. Irgendwann wurde dann auch Nanuq müde. Sesi hatte schon vor einiger Zeit festgestellt, dass niemand auf dem Weg zu ihr war und hatte sich nach Innen zurückgezogen. Ihre Tochter folgte ihr. Wir nahmen das als Zeichen, dass es für uns jetzt an der Zeit war, den Rest des Zoos anzuschauen.

Mehr Bilder von Nanuq und Sesi

 

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2 Antworten zu “Eisbärenbesuche – Zoo de Mulhouse: Ein Ball und ein quicklebendiges Eisbärenkind und seine Familie.

  1. Danke für den Bericht und ich freue mich, dass Vicks wieder zugelegt hat. 🙂 Im April und im Juni sah er doch sehr dünn aus. Aber es war ja die erste längere Trennung von Sesi.
    LG Elke

  2. Vielen Dank für den schönen Bericht 🙂

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