Ouwehands Dierenpark in Rhenen (NL)

Die Eisbären des Ouwehands Dierenpark – The Polar Bears of the OUWEHANDS DIERENPARK

Maxi mit Jungtier

Maxi mit Jungtier – Maxi and her cub

Der Ouwehands Dierenpark in Rhenen wurde am 18. Juni 1932 auf dem Grebbeberg eröffnet. Schon bald nach der Eröffnung kamen Eisbären nach Rhenen. Das „Algemeen Handelsblad“ berichtete am 18. Mai 1933, dass mit dem ersten Tiertransport am 16. Mai auch drei Eisbären aus Deutschland angekommen seien. Für sie hatte man eine Felsenanlage, nach dem Muster der Bärengehege im Tierpark Hagenbeck errichtet, in die man über einen Wassergraben, der Tiere und Menschen voneinander trennte, hineinblickte. Neben dem Gehege der Eisbären, das etwa 300 m² groß war, gab es ein weiteres Gehege, das eine andere Bärenart beherbergte. Teile dieser ursprünglichen Anlage, kann man heute noch in der Eisbärenanlage sehen.

The Ouwehands Zoo in Rhenen was opened on the Grebbeberg on June 18, 1932.  Very soon after the opening, the polar bears moved in.  The Algemeen Handelsblad reported on May 18, 1933, that with the first animal transport on May 16, three polar bears arrived from Germany.  They had built a rocky area like the bear enclosures at the Tierpark Hagenbeck in Hamburg, with a moat, separating the animals from the people.  Near the polar bears  of 3300 sq.ft. was another enclosure for another species of bear.  This was part of the original design and can still be seen in today’s facility. 

Es hat mindestens ein Zuchtpaar gegeben. Denn es wurde von einem Weibchen mit dem Namen Maxi berichtet, die im Jahr 1938 ein Jungtier bekam, das aber am 57. Tag nach der Geburt verstarb. Ein Jahr später, am 24. November 1939, bekam Maxi Zwillinge, die auch erfolgreich aufgezogen wurden. Das war in dieser Zeit ein ungewöhnliches Ereignis, es waren die ersten Eisbärenzwillinge, die in einem europäischen Zoo von ihrer Mutter aufgezogen wurden. Über den Vater der Jungtiere ist nichts bekannt.

There was at least one breeding pair because we hear reports of a female named Maxi, who had a cub in 1938, but lost it on the 57th day.  A year later, on November 24, 1939, Maxi had twins, whom she raised successfully.  For that time, it was an unusual event, the first polar bear twins, born and raised by their mother in an European Zoo.  There’s no mention of the cubs’ father.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach und es um den Grebbeberg im Mai 1940 zu heftigen Kämpfen kam, wurde der Zoo stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Zoo wurde geschlossen und da man befürchtete, dass die Gebäude, in denen die Raubtiere gehalten wurden, zerstört werden und Tiere entkommen könnten, beschloss das niederländische Militär, die Raubtiere zu erschießen. Doch der Besitzer und Gründer des Zoos Cornelis Ouwehand hatte wenig Vertrauen, in die Fähigkeiten der Soldaten und entschloss sich die Tiere selber zu töten. Er erschoss schweren Herzens seine Löwen, Leoparden, Tiger, Wölfe und Bären, unter ihnen auch zwei Eisbären, aber Maxi und ihre Zwillinge ließ er am Leben. Im Jahr 1941 schien die größte Gefahr des Krieges in den Niederlanden vorbei zu sein und man begann im Ouwehands Dierenpark die Schäden zu beseitigen. Am 18. Juni 1942 wurde der Zoo wieder eröffnet.

When World War II broke out and visited Grebbeberg in May 1940, with heavy fighting, the zoo was badly damaged.  The Zoo was closed, due to the presence of predators that it was feared would escape, should their facilities be destroyed.  The Dutch military decided to shoot the predators.  Although zoo founder Cornelis Ouwehand had little confidence in soldiers dealing with the situation properly, so he decided to kill the animals himself.  With a heavy heart, he shot his lions, leopards, tigers, wolves, and bears among them two polar bears, but he spared Maxi and her twins.  By 1941, it appeared that the greatest danger to the zoo had passed, and the Ouwehands Zoo began to be repaired.  It reopened on June 18, 1942.

Maxi mit Jungtieren

Maxi mit Jungtieren – Maxi with cubs

Maxi und ihre Zwillinge überlebten dennoch den Krieg nicht. Am 18. November 1944 erschossen die deutschen Besatzer die übrig gebliebenen Raubtiere in Rhenen, da die Stadt evakuiert werden sollte. Die beiden jungen Eisbären waren mittlerweile zu groß, um sie schnell in einen anderen Zoo zu transportieren. So wurden auch Maxi und ihre Zwillinge erschossen. Ein Teil seiner für Menschen ungefährlichen Tiere brachte Cornelis Ouwehand in seiner alten Zigarrenfabrik in Sicherheit.

However, Maxi and her twins did not survive the war.  On November 1944, German occupiers short the remaining predators in Rhenen, as the city was about to be evacuated.  By now, the two cubs were too large to be moved quickly to another zoo.  So Maxi and her twins were shot.  Some of the animals deemed not dangers to human, were saved by Cornelis Ouwehands in his old cigar factory.

Wann nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Eisbären wieder in den Ouwehands Dierenpark eingezogen sind, haben wir nicht herausfinden können. 1952 gab es jedenfalls wieder Eisbären in Rhenen, denn der Zoo warb mit ihnen in einer Anzeige. 1953 kamen zwei Jungtiere zur Welt, die 10 Tage überlebten („De waarheid“ vom 07.12.1961), am 15. Dezember 1958 wurden zwei Jungtiere tot geboren („Leeuwarder courant“ vom 16.12.1958) und am 3. Dezember 1961 konnte man in Rhenen sich wiederum über eine Eisbärengeburt freuen und darauf hoffen, dass die Jungen überleben, wie „De waarheid“ in einem Artikel am 7. Dezember berichtete. Leider haben wir keinen weiteren Artikel gefunden, der etwas von dem Schicksal der Jungtiere und ihrer Eltern erzählt.

After World War II, it is unknown when the first polar bears were again brought into the zoo.  By 1952, there were polar bears again in Rhenen, because the zoo used them in its advertising.  In 1953, there were two cubs, who survived for ten days (De Waarheid, December 7, 1961), and on December two cubs were born dead (Leeuwarder Courant, December 16, 1958).  Then on December 3, 1961, another polar bear birth was celebrated, and it was hoped that these cubs would survive, as De Waarheid reports in its article on December 7.  Unfortunately we were unable to find a further article, to let us know what happened to the cubs and their parents.

"Het vrije volk" vom 28.03.1987

„Het vrije volk“ vom 28.03.1987

Am 27. August 1964 kam Sakia als vermutlich ein Jahre altes Jungtier nach Rhenen, die am 13. Dezember 1969 ein weibliches Jungtier bekam, das Karin getauft wurde und sein ganzes Leben im Ouwehands Dierenpark verbringen sollte. Am 1. Dezember 1972 wurden von Sakia zwei weitere Junge geboren, ein Weibchen Snöfried und ein Männchen Isfried. Von dem dazugehörigen Vater ist nichts bekannt. Sakia bekam noch ein Jungtier im Jahr 1977, das aber nicht überlebte. Sakia starb am 13. März 1978 und Isfried am 19. April 1984 in Rhenen.

On August 27, 1964, Sakia, probably a yearling cub, to Rhenen.  She had a female cub on December 1969, who was called “Karin” and who spent her whole life at the Ouwehands Zoo.  On December 1, 1972, two more cubs were born to Sakia, a female called Snöfried and a male, Isfried.  Nothing is known of their father.  Sakia had another cub in 1977, but it did not survive.  Sakia died on March 13, 1978 and Isfried on April 19, 1984 in Rhenen.

Im Jahr 1984 kam der Wildfang Ivan nach Rhenen, der – mit einer kurzen Unterbrechung in Rotterdam – bis zum Jahr 1994 in Rhenen blieb. Am 12. Dezember 1994 zog Ivan nach Santander um, wo er im Jahr 1995 starb.

In 1984, Ivan, a bear from the wild, came to Rhenen and stayed – with a brief sojourn in Rotterdam– until   1994.  On December 1994, Ivan was moved to Santander (Spain), where he died in 1995.

Ende Januar 1987 rutschte Snöfried in der vereisten Eisbärenanlage aus und verletzte sich am Knie des rechten Hinterbeins so schwer, dass ein operativer Eingriff notwendig wurde. Bei der fünf Stunden andauernden Operation, die von einem Team von acht Veterinären der Universität Utrecht ausgeführt wurde, wurde das Knie mit zwei Metallplatten und 28 Schrauben stabilisiert. Vorher war in den Niederlanden noch nie ein Eisbär operiert worden. Am 4. Februar wurde sie zurück in den Ouwehands Dierenpark gebracht, die Operation war „technisch“ gelungen und man hoffte nun, dass die Eisbärin wieder gesund werden würde. Leider brach sie sich das operierte Bein am 25. März an einer anderen Stelle und da eine erneute Operation nicht möglich war, musste man sie einschläfern. („Het vrije volk“ vom 04.02.1987 , „De Telegraaf“ vom 05.02.1987 und „Het vrije volk“ vom 28.03.1987)

At the end of January 1987, Snöfried slipped in the enclosure and damaged the knee of her right hind leg so badly, that they had to perform surgery.  During the five-hour procedure, a team of eight veterinarians from the University of Utrect stabilized the knee with a metal plate and 28 screws.  It was the first time a polar bear had had surgery in the Netherlands.  On February 4, she was brought back to the Ouwehands Zoo, technically cured, and supposedly a healthy polar bear.  Unfortunately she broke the same leg again on March 25, and it was decided that further surgery was not possible, so she was euthanized. (Het vrije volk, February 4, 1978; De Telegraff, February 5, 1987; and Het vrije volk March 28, 1987).

Mit Ivan bekam Karin in den Jahren 1993 und 1995 Jungtiere, die aber nach wenigen Wochen verstarben. Karin selbst verstarb im stolzen Alter von über 33 Jahren am 2. März 2003.

Karin and Ivan had cubs in 1993 and 1995, but they only survived a few weeks.  Karin, herself, died at a ripe old age of 33 on March 2, 2003.

Huggies Ankunft im Juni 1994, "De Telegraph" vom 4. Juni 1994

Huggies Ankunft im Juni 1994, „De Telegraph“ vom 4. Juni 1994 – Huggies arrival in June 1994 (De Telegraph, June 4, 1994).

Im Juni 1994 zog die etwa sechs Monate alte Eisbärin Huggies in Rhenen ein. Sie war an der Küste Russlands in der Nähe der Wrangel Insel verwaist aufgefunden worden. Sie bekam im Juli eine etwa gleichaltrige Braunbärin, Björna, zur Gesellschaft. Die Zoobesucher konnten die beiden jungen Bärinnen auf der ehemaligen Wolfsanlage des Tierparks beim Spielen beobachten. Anfang 1995 wurden die Beiden getrennt, Björna zog in den Bärenwald des Zoos zu den anderen Braunbären und Huggies auf die Eisbärenanlage, wo Karin sie alles das lehrte, was eine Eisbärin so wissen muss. Im Dezember 1998 wurde Huggies an den Tierpark Kolmården in Schweden ausgeliehen um dort mit Nordman (jetzt Nuuk im Skandinavisk Dierenpark in Kolind) zu züchten.

In June 1994, female polar bear Huggies, about six months old, arrived in Rhenen.  She had been found abandoned on the coast of Russian, near Wrangel Island.  At about the same time, she was joined by a brown bear of about the same age called Bjӧrna.  Zoo visitors could observe the two young females, playing together in the fomer wolf exhibit at the zoo.  At the beginning of 1995, the two were separated, when Bjӧrna was moved to „Bear Wood“ to the other brown bears in Rhenen, and Huggies settled into the polar bear enclosure, where Karen taught her everything a polar bear needs to learn.  In December 1998, Huggies went off to the Kolmården Zoo in Sweden, to be bred with Nordman (now called “Nuuk” at the Scandinavian Animal Park in Kolind).

Im Jahr 2000 wurde der Ouwehands Dierenpark an den Geschäftsmann Marcel Boekhoorn verkauft, der sich sofort mit großen Anstrengungen der Modernisierung des Tierparks widmete. Es wurde u. a. eine neue, moderne Eisbärenanlage errichtet, in die das alte Eisbärengehege und das benachbarte Gehege der Kragenbären integriert wurden. Zusammen haben alte und neue Eisbärengehege eine Fläche von fast 3000 m², in der damaligen Zeit, die größte Eisbärenanlage Europas, deren Design noch heute richtungsweisend ist. Sie wurde am 13. Juni 2000 eröffnet.

In the year 2000, the Ouwehands Zoo was sold to businessman Marcel Boekhoorn, who immediately devoted himself to a wide program of modernization of the zoo.  A new, modern polar bear enclosure was built, integrating the old polar bear enclosure and the neighboring black bear enclosure.  Altogether the new and old enclosures made up almost three quarters of an acre, at that time the largest polar bear enclosure in Europe. Its design is still trendsetting today.  It was opened on June 13, 2000.

Die ersten Bewohner waren die Geschwister Tumble und Wash, zwei Eisbärinnen, die nach der Beendigung der Eisbärenhaltung in Belfast (Irland) im Jahr 1997 nach Rhenen gekommen waren, der 17 Monate alte Eisbär Viktor, der im Zoo Rostock zur Welt kam und 17. April 2000 nach Rhenen umzog, sowie die 19 Jahre alte Eisbärin Vera, die am 22.Mai 2000 vom Kölner Zoo nach Rhenen transportiert wurde. In Köln war sie die letzte Eisbärin. Mit dem Umzug von Vera wurde die erfolgreiche Eisbärenhaltung in Köln beendet.

The first residents were sisters Tumble and Wash, two polar bears who had lived in Belfast (Northern Ireland) in 1997 – where the keeping of polar bears ended then  – and who came to Rhenen to join 17-month old male Viktor, born in Rostock and moved to Rhenen on April 17, 2000, along with 19-year-old Vera, who was transported to Rhenen from the Cologne Zoo on May 22, 2000.  She was Cologne’s last polar bear.  With her departure, the successful polar bear keeping was ended in Cologne.

Huggies brachte am 6. Dezember 2001 in Schweden Freedom zur Welt und kehrte am 13. März 2002 zusammen mit ihrer Tochter nach Rhenen zurück.

On December 6, 2001, Huggies, still in Sweden, gave birth to Freedom, and on March 13, 2002, she and her daughter returned to Rhenen.

Foto: Huggies mit Freedom und Vera im Rocky im Hintergrund im Sommer 2003 von Francisca

Foto: Huggies mit Freedom und Vera mit Rocky im Sommer 2003 von FranciscaHuggies with Freedom and Vera with Rocky in Summer 2003

Am 11. Dezember 2002 wurde dann auch das erste Jungtier in einer der neuen Geburtshöhlen in Rhenen geboren. Der erst dreieinhalb Jahre alte Viktor hatte überraschenderweise Vera erfolgreich gedeckt. Er ist damit der jüngste Eisbär in unseren Aufzeichnungen, der ein Jungtier, das überlebt hat, gezeugt hat. Vera brachte ein männliches Jungtier zur Welt, das Rocky getauft wurde. Für Vera war es das vierte und letzte Jungtier, das sie aufzog. 2006 zog sie in den die neue Eisbärenanlage des Skandinavisk Dyrepark in Kolind um, wo sie 2008 im Alter von 28 Jahren starb.

On December 2002, the first cub was born in the new birthing den in Rhenen.  Viktor’s first encounter with Vera was surprisingly successfully.  He is the youngest polar bear in our records to have fathered a cub that survived.  Vera had a male cub baptized Rocky.  For Vera, it was her fourth and last cub.  In 2006 she was moved to the polar bear enclosure at the Scandinavian Animal Park in Kolin, where she died at age 28 in 2008. 

Tumble und Wash blieben bis 2004 in Rhenen. Sie zogen in die neue Eisbärenanlage des Dierenrijks in Nuenen bei Eindhoven um. Tumble starb dort 2009. Wash lebt immer noch dort.

Tumble and Wash stayed in Rhenen until 2004.  They were moved to the new polar bear enclosure at Dierenrijks, in Nuenen, near Eindhoven. Tumble died there in 2009. Wash is still living there.

Am 24. Januar 2005 zog auch Rocky für wenige Wochen nach Nuenen, um im Mai 2005 in die Monde Sauvage in Aywaille in Belgien zu übersiedeln. Er lebt heute noch dort. Im Austausch zog aus Aywaille der dort im Dezember 2001 geborene Eisbärmann Achille in den Ouwehands Dierenpark ein. Er wurde zusammen mit Vera acht Monate später nach Kolind gebracht, wo man ihn in Nanook umtaufte.

On Januay 24, 2005, Rockey was moved to Nuenen for few weeks, then was brought to the Monde Sauvage in Aywaille, Belgium.  He is still there.  In exchange, the male Achille was sent to the Ouwehands Zoo in December 2001. He and Vera were both moved to Kolind eight months later, where he was renamed Nanook.

Zwei Eisbärinnen hatten im Jahr 2005 einen Kurzaufenthalt im Zoo in Rhenen. Im Januar kamen Beja aus Nuenen und Tania aus Amsterdam an, vermutlich sollten sie von Viktor gedeckt werden. Tania wurde Ende April wieder nach Amsterdam und Beja im Juni wieder nach Nuenen transportiert.

Two female polar bears had a short stay in Rhenen in 2005.  In January Beja was moved from Nuenen and Tania from Amsterdam, presumably to breed with Viktor.  Tania was taken back to Amsterdam at the end of April, and Beja to Nuenen in June.

Huggies brachte im Jahr 2005 die Drillinge Ewa, Henk und Jelle zur Welt, die nach ihren damaligen Pflegern benannt wurden. Eine erfolgreiche Drillingsaufzucht bei Eisbären ist auch in einem Zoo ein äußerst seltenes Ereignis. Sie blieben bis zum 3. September 2007 bei ihrer Mutter und kamen dann nach Nuenen. Ewa lebt heute in Orsa in Schweden, Jelle im Zoo sauvage von St-Félicien in Kanada und Henk immer noch in Nuenen.

In 2005, Huggies gave birth to triplets Ewa, Henk, and Jelle, named for their keepers.  Success in raising polar bear triplets is a rare event also in a zoo.  They remained with their mother until September 3, 2007, then came to Nuenen.  Today Ewa lives at Orsa, in Sweden; Jelle at the Zoo Sauvage at St-Félicien in Canada; and Henk still in Nuenen.

Freedom, die älteste Tochter von Huggies, bekam im Jahr 2007 zwei Jungtiere, von denen eines starb. Das überlebende Jungtier, Sprinter, zog im Februar 2010 für eine Übergangszeit nach Amsterdam, da die Eisbärenanlage Yukon Bay in Hannover, wo er heute untergebracht ist, noch nicht fertig gestellt worden war.

Freedom, Huggies’ eldest daughter, had twins in 2007, one of whom died.  The surviving cub Sprinter, moved in February 2010 to Amsterdam for a short while because the polar bear exhibit in Hannover, Yukon Bay, where is living today, hadn’t been completed. 

 2008 wurden von Huggies wiederum Drillinge geboren. Ein Jungtier starb kurz nach der Geburt, das zweite Jungtier, Swimmer, am 21. März 2009. Das dritte Jungtier, Walker, überlebte. Seit dem 5. November 2010 lebt er im Highland Wildlife Park im schottischen Kingussie. Für einige Monate im Jahr 2010 konnte man in Rhenen zum ersten Mal drei Eisbärengenerationen auf der großen Eisbärenanlage erleben – Huggies und Walker zusammen mit Freedom und Sprinter.

In 2008, Huggies gave birth to another set of triplets. One cub died shortly after birth, and a second cub, called Swimmer, on March 21, 2009.  The third cub Walker, survived.  Since November 5, 2010, he has been living at the HighlandWildlifePark in Kingussie in Scotland.  For several months in 2010, one could observe three generations of polar bears, living together for the first time.  Huggies and Walker, together with Freedom and Sprinter.

Im November 2010 kam Freedoms zweiter Nachwuchs, Siku und Sesi, ein Männchen und ein Weibchen, zur Welt. Von Oktober 2012 bis Mai 2013 lebte Sesi in Orsa in Schweden, um dann wieder nach Rhenen zurückzukehren. Seit Oktober 2013 lebt sie um Zoo Mulhouse.  Siku blieb bis März 2013 noch bei seiner Mutter in Rhenen und zog dann in den Zoo de la Flèche, wo man ihn Taiko taufte.

In November 2010, Freedom gave birth again, to Siku and Sesi, a male and a female.  From October 2012 until May 2013, Sesi lived in Orsa in Sweden, then she returned to Rhenen. Since October 2013 she has been living in the Zoo Mulhouse.   Siku stayed with his mother in Rhenen until March 2013 and was moved then to the Zoo de la Flèche where they call him Taiko.

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Am 30. November 2011 gebar Huggies wiederum Drillinge, ein Jungtier starb unmittelbar nach der Geburt. Die Zwillinge Lynn und Luka entwickelten sich gut. Nach den guten Erfahrungen aus dem Jahr 2010 wartete man in Rhenen nicht mehr so lange mit der Zusammenführung der beiden Eisbärenfamilien. Bereits im Mai 2012 konnte man sechs Eisbären zusammen auf der großen Eisbärenanlage beobachten. Luka lebt seit Oktober 2013 im Zoo Wuppertal. Lynn ist im Mai 2014 nach Wien umgezogen.

On November 30, 2011, Huggies again gave birth to triplets, of which one cub died shortly after birth.  The twins Lynn and Luka, still are doing well. After the successful experience in 2010, the two polar bear families shared the big polar bear enclosure soon. Since May 2012, you could see six polar bears, together in the big enclosure. Since October 2013 Luka has been living in the Zoo Wuppertal. Lynn  moved to Vienna in the Tiergarten Schönbrunn in May 2014.

Am 22. November 2014 gebar Freedom zwei Jungtiere, das Männchen Akiak und das Weibchen Sura. Dies sollte der letzte Nachwuchs von Victor sein, der auf Grund der vielen Nachkommen aus der Zucht genommen wurde und seit dem 13. August 2014 im Yorkshire Wildlife Park, Doncester, lebt.

Am 25. November 2015 lebt jetzt Felix in Rhenen, der aus seinem „Sommerquartier“ Wilhelma gekommen ist.

Die Eisbärenanlage des Ouwehands Dierenpark – The Polar Bear Exhibit of the OUWEHANDS DIERENPARK

Anlage 1Skizze der Eisbärenanlage

A         Alte Eisbärenanlage – The old exhibit

Größeres "altes" Gehege

Größeres „altes“ Gehege –  – the larger “old” enclosure

Sie besteht aus zwei Gehegen, die durch einen Schieber miteinander verbunden werden können. Sie hat die Form eines Rechtecks von etwa 15,5  x 34,5 m, hat also inklusive Wasserbecken eine Fläche von etwas mehr als 500 m². Der Landteil beträgt etwa zwei Drittel der Anlage.

It consists of two enclosures, connected by a sliding door.  It has the shape of a rectangle, something like 50’ X  114”,  it covers including a pool an area of 5400’ sq.  The land makes up about two-thirds of the space.

Ein Wassergraben (14) begrenzt auf drei Seiten die Anlage. Er ist ca. drei Meter breit. In der größeren der beiden Gehege (1), das etwa dreiviertel der gesamten Anlage einnimmt, gibt es eine trapezförmige Bucht mit flachen Stufen, die den Eisbären einen einfachen Einstieg ins Wasser ermöglichen. Sonst führen nur Metallleitern in den Wassergraben, der einen niedrigen Wasserstand hat. Den Eisbären macht aber das Hochklettern mit Hilfe der Leitern keine Schwierigkeiten. Eine etwa hüfthohe Mauer, auf der ungefähr 1,5 Meter hohe Glasscheiben angebracht sind, schließt die Anlage hinter dem Wassergraben zum Besucherweg hin ab.

A moat (14) encloses the site on three sides.  It is about ten feet wide.  In the larger of the two enclosures (1), which accounts for about three-quarters of the entire facility, there is a trapezoidal-shaped bay with flat steps that allows the polar bears easy entry to the water.  Otherwise there are only metal ladders leading into the moat, which has a low water level.  But the polar bears have no difficulty climbing these ladders.  There is a waist-high level wall, on which are mounted five-foot glass panels, That separates  the exhibit behind the pool from the visitor path.

Kleineres "altes" Gehege, die ehemalige Kragenbärenanlage.

Kleinere „alte“ Anlage, die ehemalige Kragenbärenanlage – the smaller “old” exhibit, formerly the black-bear exhibit.

Den Hintergrund der Anlage und die Abtrennung zwischen den beiden Gehegen bilden hellgraue Kunstfelsen. Auf dem Betonboden wurde Naturboden, Sand und Kies aufgeschüttet. Alte Autoreifen, Plastikkanister, tote Baumstämme und anderes Spielzeug stehen den Eisbären in der Anlage zur Verfügung. Die Kunstfelsen sind so gestaltet, dass Nischen entstehen, in die sich die Eisbären zurückziehen können. Solche Nischen verstecken auch die Zugänge der Eisbären, zu dem hinter der Anlage liegenden Stallgebäude. Eine Tafel  neben dem Gehege informiert über den Lebensraum und die Biologie der Eisbären.

The background of the exhibit and the separation between the two fields is formed with light grey rock.  Natural soil, sand and gravel is heaped on the  concrete floor. The polar bears have various toys:  old car tires, plastic containers, dead tree trunks,  etc.  The “rocks” include niches that disguise entries through which the polar bears can come and go.  A plaque next to the enclosure provides information on the habitat and the biology of the polar bear.

B         Stallanlage – The inner enclosure

Die Stallanlage ist ca. 8,6 m x 20 m groß. In Innern sind rechts und links zwei Reihen Innengehege untergebracht, die jeweils mit Schiebern verbunden sind. In einem der Käfige ist eine Waage integriert. Die letzten Gehege, rechts und links, am hinteren Ende des Hauses, können ebenfalls miteinander verbunden werden, sodass die Tiere von dem Bereich der alten Anlage auch zu der neuen Anlage und umgekehrt gelangen können. Außerdem gibt es noch einen vergitterten Gang (3) außerhalb des Hauses, der die alte und die neue Anlage verbindet.

The inner enclosure is approximately 28’ X 65’ in size.  Inside to the right and lift are two rows of “bedrooms”, connected via a mechanical opening system.  One of the enclosures includes a scale.  The final enclosures, right and left at the back can be connected, so that the animals can pass from the old enclosure to the new, and vice versa.  There is also a fenced path (3) outside the house, which links the old and new facilities. 

Hinter diesen Verbindungskäfigen, liegen die beiden Wurfboxen der Eisbärenanlage. Sie sind so in das Haus eingebaut, dass sie zu keiner der Hauswände direkten Kontakt haben, um jegliche Schallübertragung zu vermeiden. Die künstlichen Geburtshöhlen in Rhenen sind im Vergleich recht klein. Die Eisbärinnen können aus ihren Wurfboxen in einen Vorraum wechseln, von dem aus sie die anderen Eisbären und natürlich auch die Tierpfleger sehen können. Der Bereich, in dem die Wurfboxen liegen, wird in den ersten Wochen nach der Geburt von niemanden betreten.

Behind the bedrooms, there lie the two birthing dens for the facility.  They are built-in, such that they have no direct contact with the facility’s walls, to avoid any sound transmission.  The birthing dens in Rhenen are smallish in comparison to elsewhere.  The female polar bears can move from the den into an anteroom, from which they can observe the other polar bears and, of course, the zookeepers. The den section isn’t strictly entered by anybody during the first few weeks after a birth.

C            Neue Anlage – The new exhibit
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Die neue Anlage hat in etwa die Form eines Kreises mit einem Durchmesser von 55 m. Sie ist insgesamt rund 2.310 m² groß. Der Landteil umfasst 1.540 m², das Wasserbecken ist 770 m² groß. Das Stallgebäude wird auf der Seite der neuen Anlage durch eine Mauer aus Naturbruchsteinen verdeckt. Drei Schieber bieten den Tieren Zugang zu den Schlafboxen. Etwa in der Mitte führt eine Tür zu einem Pflegerkorridor im Gebäude.

The new exhibit is roughly circular, with a diameter of 180’, an approximate total of 25,000’ sq.  The land area includes about 16,800’ sq., and the pool is 8200’ sq.  The inside enclosure is hidden at the side of the new exhibit by a wall of natural stone.  Three sliding doors offer the animals access to their bedrooms.  Approximately at the middle, there is a door leading to a hallway for the keepers.

An der Mauer entlang und am Wasserbecken vorbei verläuft ein betonierter Weg (4), der zugleich eine Uferzone bildet. Zwei kleine Wasserfälle (5,6), die an der Mauer beginnen, sorgen für eine ständige Frischwasserzufuhr.

Along the wall and around the pool, there is a concrete path (4), which forms the coastal area.  Two small waterfalls (5,6) spilling over the wall, provide a constant source of fresh water.

Am nördlichen Ende der Anlage endet das Wasserbecken an einer großen halbkreisförmig Bucht (7), die durch vier Meter hohe Panzerglasscheiben begrenzt wird, die es den Zoobesuchern ermöglicht, die Eisbären sowohl beim Schwimmen und Tauchen im Wasser, als auch auf dem Landteil der Anlage zu beobachten. Die Glasfront ist 12 Meter lang. Die Zoobesucher können die Tiere direkt vor der Scheibe stehend oder aus einiger Distanz von einer aus Stufen gebildeten Plattform beobachten. In Hintergrund der Plattform gibt es eine Tafel mit einer arktischen Landschaft und eine Eisbärenplastik, auf die Kinder klettern können und die aufzeigt, dass die Haut der Bären schwarz ist.

At the north end of the facility, the pool ends in a large semi-circular bay (7), which is surrounded by a 13’ expanse of safety glass, which allows zoo visitors to watch the polar bears, both swimming and diving into the water, and on the land area of the exhibit.  The glass panel is 40’ long.  Standing there, zoo visitors can watch the animals standing at the edge of the bay or in the distance as the terrain rises.  At the back of the platform, there is a table-like area, with a mural of polar bears in the High Arctic and a polar bear sculpture that kids can climb on and that illustrates that the polar bear’s skin is black.

Am anderen Ende der Anlage gibt es eine zweite etwas kleinere Besucherplattform (8), die höher als die Eisbärenanlage liegt. Auch hier erlauben Glasscheiben einen Blick auf die gesamte Anlage. Diese unterschiedlichen Perspektiven machen für die Zoobesucher einen besonderen Reiz der Anlage aus. Auf dieser Plattform gibt es ein Spielgerät zum Klettern für Kinder in Form einer Eisscholle. Die restliche Begrenzung der Eisbärenanlage besteht aus einem doppelt geflochtenen, elektrischen Stahlzaun. Vor diesem Zaun liegen zwischen Anlage und Besucherweg (15) teilweise recht breite Beete, die mit Blumen, Sträuchern und Bäumen gestaltet sind. Dabei wurden vor allem Pflanzen angepflanzt, die in der Arktis heimisch sind: wie Schmalblättriges Wollgras, Kletten-Labkraut, Igelkolben, Laubmoose, Kriech-Weiden und Echte Bärentraube.

At the other end of the exhibit, there is a second, much smaller viewing area (8) that lies higher than the polar bear enclosure.  Here, too, glass allows a look at the entire system.  Due to all these varying points of view, the display is particularly attractive to visitors.  On this level, there is a play area for kids, in the form of an ice floe.  The remaining boundary of the polar bear enclosure consists of an electrified steel fence. In front of this fence between the exhibit and the visitors’ area, lie partly rather wide beds of flowers, shrubs, and trees. They have put in plants that are native to the Arctic, such as cotton grass, goose grass, saparganiaceae, moss, willow, and bearberries.

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Der größte Teil der Anlage ist mit Gras, niedrigen Büschen und Bäumen bewachsen. Einige künstlich aufgeschüttete Felshügel (9) sorgen für Abwechslung. Die Felsen sind so angeordnet, dass man in den Zwischenräumen, Futter in Röhren oder Spielzeug für die Eisbären verstecken kann, um ihren Zooalltag zu bereichern. Neben einem langen Baumstamm (10) vor dem Haus gibt es einen Hügel aus Felsblöcken und Baumstämmen (11) am südlichen Ende der Anlage vor dem Zaun. Er ist so hoch, dass er im Sommer den Eisbären einen Schattenplatz bietet. An diesem Schattenplatz wurde eine Kuhle ausgegraben und mit Sand gefüllt. Auch unter einer Baumgruppe (12) am nördlichen Ende der Anlage finden die Tiere in Sommer kühle Schattenplätze.

The majority of the exhibit is covered with grass, low bushes, and trees.  Some artificial rocks (9) provide variety.  The rocks are arranged so that stuff can be hidden in gaps:  plumbing ducts or toys to enrich the polar bears’ day-to-day life at the zoo.  In addition to a long tree trunk (10) in front the inside area, there is a mound of boulders and tree trunks at the south end near the fence (11).  It is so high that in the summer, it forms a shady area for the bears.  In this shaded area, a pit was dug and filled with sand.  There is also a grove of trees (12) at the north end of the exhibit, where the animals can cool themselves in the shade.

Das Wasserbecken hat flache und tiefe Bereiche. Einige Felsblöcke ragen ins Wasser hinein oder bilden kleine Inseln im Wasser. Zwei überkreuzt liegende Baumstämme (13) im Uferbereich vor dem Haus ragen ins Wasser hinein und sind vor allem für die Eisbärenjungtiere ein willkommener Spielplatz.

The pool has shallow and deep areas.  Some rocks protrude into the water to form small islets in the water.  Two trucks lying across one another (13) on the edge of the water and in front of the inside facility protrude into the water and are welcomed by polar bear cubs for use as a playground.

Eine biologische Filteranlage wurde installiert, um für den nötigen Durchblick zu sorgen. Sie benötigt rund fünf Stunden, um das gesamte Wasser des Beckens, etwa ein Million Liter, zu filtern.

A biological filtration system was installed to provide the necessary water clarity.  It takes about five hours to filter all the water of the pool, about 265,000 gallons.

In dem Wasserbecken schwimmen Fische, eigentlich lebendiges Futter, das die Tiere jagen könnten, für das sich aber die Eisbären in Rhenen kaum interessieren.

There are fish in the pool, a living food source that, when interested, the animals can stalk, but the Rhenen polar bears seldom do.

(16) Tierpflegerweg, für Zoobesucher nicht zugängig.

(16)  Staff pathway, not open to visitors.

Die verschiedenen Gehege werden von den Eisbären abwechselnd genutzt. So verbringt auch der männliche Eisbär Viktor zwei Tage in der Woche auf der großen Eisbärenanlage.

The various areas are used by the polar bears in rotation.  So the male polar bear Viktor spends two days a week in the new big exhibit.

3 Antworten zu “Ouwehands Dierenpark in Rhenen (NL)

  1. I weep for Maxi and her cubs. I deplore such violence to innocent and dependent animals, all because humans start wars.

  2. hallo ulli,

    das ist ein ganz toller und informativer bericht über die eisbären in ouwehands dierenpark 🙂
    die anlage habe ich ja schon persönlich gesehen und bin ganz begeistert von dem neuen teil.
    züchterisch klappt dort ja alles vorzüglich.
    ob das jetzt an den bären alleine liegt oder das zusammenspiel ,anlage,rückzugsmöglichkeiten,genug abwechslung,weiß ich nicht,würde mich aber mal interessieren.auch diese zusammenführungen der bären finde ich ganz klasse.
    l.g.martina

  3. Das ist ein sehr informativer, großartiger Bericht.
    Habt herzlichen Dank dafür.
    Das alte Foto von Maxi, sitzend mit ihrem Jungtier, finde ich bezaubernd.
    Die Kriegs- und Nachkriegsereignisse waren schrecklich, für Mensch und Tier.

    Gerne würde ich den Ouwehands Dierenpark besuchen.

    Und nun bin ich auf Ewa gespannt.

    Liebe Grüße
    Brigitte

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