Churchill: Im Juli 2011 mussten zwei Eisbären getötet werden

29. Juli 2011

Es ist kein gutes Jahr für die Eisbären in Churchill. Innerhalb nur eines Monats mussten zwei Eisbären, die in der Stadt herumstreiften, erschossen werden.

It is not a good year for the polar bears of Churchill.  Within one month, two of them who had wandered into town were shot.

Am Morgen des 29. Juli 2011 wollte eine junge Mutter, Gloria McDonald, die ihre beiden Kinder – Aurora, 4, und Adam, 2 – gerade in der Kindertagesstätte am Gesundheitszentrum von Churchill abgeben, als sie einen Eisbär erblickte. Eine Freundin hatte sie mit ihrem Truck dorthin gefahren und Aurora war schon ausgestiegen und befand sich hinter dem Fahrzeug, als ihre Mutter, die Adam aus dem Auto helfen wollte, den Bären entdeckte, der sich ihnen näherte. Er war nur noch wenige Schritte entfernt. Die Frau begann laut zu schreien und schwang die Taschen, die sie in der Hand hielt, dem Bär vor die Nase. Daraufhin drehte sich der Eisbär um und entfernte sich durch eine Unterführung.

On the morning of July 29, 2011, Gloria McDonald, a young mother with two children — Aurora, 4, and Adam 2 — were heading straight toward the Churchill Health Centre, when they spotted a polar bear.  A girlfriend had brought them to town with her truck, and Aurora had got out and gone behind the car, while her mother, who was helping Adam out of the car, noticed the bear, who was approaching.  The woman began to yell loudly, and with her hand, swung her purse into the bear’s nose.  The bear turned away and headed under the underpass.

Foto: shaindlin

Die junge Frau konnte beobachten, dass die zuständigen Beamten der Umweltbehörde versuchten den Eisbären aus der Stadt zu jagen. Sie waren durch ihre Schreie auf den Bären aufmerksam gemacht geworden. Deren Sprecher, Paul White, sagte, dass das Tier immer aggressiver wurde und nicht dazu zu bewegen war, die Stadt zu verlassen.

The young woman was able to watch while Conservation officers tried to drive the bear out of town.  They had been alerted by her screams.  Their spokesman, Paul White, said that the bear was growing more and more aggressive and could not be persuaded to leave town.

Normalerweise ist in solchen Fällen die erste Option, den Eisbären mit einem Betäubungspfeil außer Gefecht zu setzen, und  ihn dann so weit weg von Churchill zu transportieren, dass er keine Gefahr mehr für die Menschen darstellt. Doch dieses Mal blieb den Beamten nichts anderes übrig als das Tier zu erschießen. Der Bär war so aggressiv, dass man befürchten musste, dass das Betäubungsmittel nicht wirken würde und das Tier unkontrolliert reagieren könnte, wenn es von dem Pfeil getroffen würde.

Normally the first choice is to transquilize the bear and transport it far from Churchill, so it can pose no threat to the population.  This time the officers had no choice but to shoot the animal.  The bear was so aggressive that they were afraid that the sedative wouldn’t work and the animal would react uncontrollably when hit with the dart. 

Gloria McDonald erzählte, dass sie traurig sei, dass das Tier – es handelte sich um eine drei einhalb Jahre alte Eisbärin – erschossen werden musste. „Ich werde weiter in Churchill und im Eisbären Gebiet leben, aber ich werde in Zukunft aufmerksamer sein, wenn die Kinder spielen.“

Gloria McDonals said that she was so sad that the animal — it was a three-and-a-half year-old female — had to be shot.  „I’m still going to live in Churchill and polar bear country but I will be very more aware of when the kids are playing.“

Foto vom 4. Juli 2011 in Churchill von  Laura Gray-Ellis

Bereits am 4. Juli 2011 war man in Churchill gezwungen gewesen, einen Eisbären zu töten. Am frühen Morgen hatte an diesem Tag ein Eisbär sich einem Mann genähert, der am Strand von Churchill Fotos machen wollte. Der Mann versteckte sich hinter einem Felsen und konnte beobachten, wie der Eisbär sein Versteck umkreiste. Er saß quasi in der Falle. Zwei herbeigeeilte Beamten gelang es, das Tier durch das Abfeuern von Knallkörpern abzulenken, sodass der Fotograf sich in Sicherheit bringen konnte.

Earlier on July 4, 2011, they had been forced to kill another polar bear.  In the early morning a polar bear had approached a man, who was taking photos of the beach at Churchill.  The man hid behind a rock and was able to observe how the polar bear circled his hiding place.  He was virtually trapped.  Two agents rushed to the scene and were able to distract the bear by firing off cracker shells, so that the photographer could reach safety.

Der Bär attackierte das Fahrzeug der Beamten, die ihn mit weiteren Knallkörpern wegjagen wollten. Aber anstatt zurück zum Strand zu gehen, rannte der Eisbär in die Stadt hinein, zerstörte ein Tor und griff wieder den Truck der Beamten an. Er bäumte sich auf und  stampfte mit seinen Vorderpfoten auf die Vorderseite der Motorhaube. Dann rannte er zum Gesundheitszentrum der Stadt, wo mit dem Kopf gegen die Fensterscheiben des Gebäudes drückte. Die Beamten berichteten, dass sie noch nie einen Eisbären beobachtet hatten, der ein so aggressives Verhalten zeigte. Es gelang ihnen schließlich, ihn von dem Gebäude wegzulocken und zu erschießen. Eine Untersuchung des Kadavers soll feststellen, ob das ungewöhnliche Verhalten des Tieres durch Tollwut oder eine andere Erkrankung hervorgerufen wurde.

The bear attacked the agents‘ vehicle, and they pursued him with more cracker shells.  But instead of going back along the beach, the bear turned into the city, destroyed a gate and attacked the agents‘ truck.  He stood up and pounded with his paws on the hood of the truck.  Then he ran toward the Health Centre, where he pressed his head against the building’s windows.  The agents reported that they had never seen such an aggressive polar bear.  They finally managed to lure him away from the building and shot him.  A necropsy will take place, to find out if the animal’s unusual behavior was caused by rabies or another illness.

Daryll Hedman, der Wildlife Manager der Manitoba Conservation bedauerte den Tod der beiden Eisbären: „Die Bären kamen gerade vom Eis und es gibt eine Menge Aktivität zu dieser Zeit im Jahr, aber das ist sicherlich eine hohe Zahl zu diesem Zeitpunkt im Jahr. Im letzten Jahr mussten wie keinen einzigen Eisbären töten.“ Er fügte hinzu, dass die Beamten die Eisbären nicht töten wollten, ihnen aber keine andere Alternative geblieben sei.

Daryll Hedman, Manitobe Conservation wildlife manager, lamented the deaths of the two polar bears.  „The bears just came off the ice and there is a lot more activity at this time but this is certainly a high number for this time of the season.  Last year, we didn’t have to kill any bears.“

Quellen – Sources:

http://www.cbc.ca/news/canada/north/story/2011/07/29/mb-polar-bear-shot-churchill-manitoba.html
http://www.sott.net/articles/show/231189-Canada-Rampaging-Polar-Bear-Shot-in-Churchill
http://www.q13fox.com/news/kcpq-surly-possibly-rabid-polar-bear-killed-by-cops-20110706,0,2854762.story
http://www.cbc.ca/news/canada/manitoba/story/2011/07/06/mb-polar-bear-churchill-shot-manitoba.html

Eine Antwort zu “Churchill: Im Juli 2011 mussten zwei Eisbären getötet werden

  1. Lieber Uli

    So etwas passiert, weil der Mensch darauf besteht, sich dorthin zu verpflanzen,, wo seit 1000 Jahren die Polarbears zu ihren Futterstaetten ziehen. Mich betruebt das sehr. Ich bin in Saskatchewan, gleich nebenan von Manitoba.
    Aber jedenfalls hat die Regierung von Canada endlich den 1. Schritt gemacht (die 1. Stufe) Polarbears zu schuetzen……

    LG aus Canada

    Gaby

    PS Glad I found your website

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