Rochester: Seneca Park Zoo führt die weltweit erste künstliche Befruchtung einer Eisbärin durch

Rochester, 1. Mai 2012

Die Landrätin Maggie Brooks erklärte heute bei einer Pressekonferenz des Seneca Park Zoos, das der Zoo in Zusammenarbeit mit dem Institut des Cincinnati Zoos für Arterhaltung und Erforschung der gefährdeten Tierwelt (Conservation and Research of Endangered Wildlife – CREW) am 1. März 2012 eine künstliche Befruchtung bei einer Eisbärin durchgeführt hat. Es ist das erste Mal weltweit, dass dies gelang. Man muss allerdings abwarten, ob die Eisbärin – es handelt sich um die 22 Jahre alte Aurora – auch im nächsten Winter Jungtiere zur Welt bringen wird.

District Administrator Maggie Brook said today at a press conference at the Seneca Park Zoo, that the zoo, in cooperation with the Cincinnati Zoo’s institute for Conservation and Research of Endangered Wildlife (CREW) had carried out the artificial insemination of a polar bear onMay 1, 2012.  It is the first time ever that this has been achieved.  We will have to wait, however to see whether the polar bear – 22-year-oldAurora– has cubs next winter.

Foto: Kelli O’Brien – Seneca Park Zoo

Der Seneca Park Zoo wurde ausgewählt, da er zwei ältere Eisbären beherbergt. Aurora und Zero wurden beide 1989 geboren. Aurora hat schon vier Jungtiere geboren und aufgezogen: 1996 Anoki, 1999 Lee und Anana und 2002 Haley. Der Vater der vier Nachkommen war Yukon, der 2008 mit 18 Jahren starb. Seitdem Januar 2010 ist Zero ihr Partner. Er war vom Milwaukee County Zoo nach Rochester gebracht worden, um mit Aurora zu züchten. Doch es stellte sich kein Nachwuchs ein.

The Seneca Park Zoo was chosen because it is the home of two older polar bears.  Aurora and Zero were both born in 1989. Aurora has already given birth and reared four cubs:  Anoki in 1996, Lee, and Anana in 1999,  and Haley in 2002. The father of the four cubs was Yukon who died in 2008, 18 years old.  Since January 2010, Zero has been her partner.  He is from the Milwaukee Zoo, and was brought to Rochester in order to breed with Aurora.  But there were no cubs.

Foto:  Kelli O’Brien – Seneca Park Zoo

Auroras Reproduktionshormone wurden seit 2008 regelmäßig von den Wissenschaftlern des CREW  kontrolliert und so wusste man, dass sie einen für Eisbären normalen Zyklus hatte. Hormontest werden bei Eisbären an Kotproben    durchgeführt, eine einfache und nicht invasive Technik.

Aurora’s reproductive hormones have been regularly monitored by scientists at CREW since 2008, so they knew she was having a normal [estrus] cycle for a polar bear.  Hormone tests are performed on fecal samples from the bears, a simple and non-invasive technique.

„Es war uns unklar, warum es nicht funktioniert«, sagte Dr. Jeff Wyatt, der leitender Tierarzt des Seneca Park Zoos. „Wir wollten einen Weg finden, um sie bei der Fortpflanzung zu unterstützen, sowie feststellen, ob Zero war tatsächlich fruchtbar ist. “ Zero hat bisher keine Nachkommen gezeugt.

“It was unclear to us why it wasn’t working,” said said Dr. Jeff Wyatt, Director of Animal Health and Conservation at the zoo. “We wanted to determine a way to assist them with reproduction, as well as determine if Zero was indeed fertile.” So far Zero has fathered no cubs.

„Unsere Zoomitarbeiter überwachten die Anästhesie und die Koordinierung von Auroras Zyklus, während die Wissenschaftler von CREW sich auf die Befruchtungsvorgang konzentrierten „,  erklärte Dr Wyatt. „Das Zeitpunkt war günstig für Aurora, so sammelten wir das Sperma von Zero (unter Narkose) und befruchteten Aurora damit (auch unter Narkose), nachdem festgestellt worden war das Zero tatsächlich lebensfähige Spermien hat. „

“Our Zoo staff managed the anesthesia and the coordinating of Aurora’s cycling, while CREW focused on the insemination aspect,” said Wyatt. “The timing was right for Aurora, so we collected the sperm from Zero (while under anesthesia) and inseminated Aurora (also under anesthesia) after finding out Zero did in fact have viable sperm.”

Foto: Kelli O’Brien – Seneca Park Zoo

Das Verfahren war, was die Fruchtbarkeit der Spermien und die Befruchtung angeht, erfolgreich, aber das muss noch nicht bedeuten, dass es auch zu einer Geburt von Eisbären kommt. Die Trächtigkeitsdauer variiert im Allgemeinen bei Eisbären zwischen acht und neun Monaten. Wenn alles klappt könnten also um Thanksgiving (das ist am vierten Donnerstag im November) herum in Rochester Eisbärenjungtiere zur Welt kommen.

So far as the fertility of the sperm and the fertilization procedure went well, but this doesn’t mean there will necessarily be cubs.  If all goes well, then there might be polar bear cubs born in Rochester around Thanksgiving (the fourth Thursday in November).

Dr. Wyatt hofft das weitere Versuche mit dieser Technik den Zoos helfen werden, langfristig einen besseren Zuchterfolg bei Eisbären zu erreichen. Man ist im Seneca Park Zoo stolz, dass es zusammen mit den Wissenschaftlern von CREW gelungen ist, Vorreiter einer neuen, innovativen Technologie zu sein.

Dr. Wyatt is hoping to undertake further experiments with this technique, so zoos will be able to achieve better breeding success with polar bears.  The Seneca Park Zoo, along with the scientists from CREW, is proud to be pioneering this new and innovative technology.

Quelle – Source:

http://www.senecaparkzoo.org/media/documents/Polar%20Bear%20AI%20%285.1.12%29.pdf

9 Antworten zu “Rochester: Seneca Park Zoo führt die weltweit erste künstliche Befruchtung einer Eisbärin durch

  1. Hallo Ulli,
    ich blättere gerade so rum, auch wegen der neuen putzigen chinesischen Bärchen mit dem seltsamen Geburtsdatum – ich hatte irgendwie immer gedacht, bei den Chinesen wären schon mehrere Eisbären durch künstliche Befruchtung „entstanden“… Es gab doch schon vorher irgend ein Bärchen(paar?) das so ein komisches Geburtsdatum hatte? Aber vielleicht komm ich auch langsam durcheinander..😉
    Und bei dem hier steht auch überall was von künstlicher Befruchtung? http://de.video.yahoo.com/deyahoonewsvideo-26420997/panorama-26433439/china-eisbar-yuanyuan-hat-100-tage-geschafft-28895342.html
    Ich weiß noch nicht so recht was ich davon halten soll, vor allem weil die Narkose für die Bärin ja auch eine Belastung ist..
    LG
    Christina

    • Hallo Christina,

      in den Meldungen der chinesischen Medien steht „erste künstliche Aufzucht“ (bei fast jedem von den zahlreichen Handaufzuchten😉 ). In einigen Artikeln wird z.B. bei den letzten beiden Jungtieren eine Paarung im August beschrieben. Das spricht eigentlich gegen eine künstliche Befruchtung.

      Speziell bei YuanYuan gab es am Anfang einige Meldungen, die von der Überraschung der Tierpfleger erzählten, die nicht mit einer Geburt gerechnet hatten, da die Mutter noch recht jung war.

      Die ungewöhnlichen Geburtstermine könnten auch etwas mit der Unterbringung der Eisbären in klimatisierten Indooranlagen zu tun haben. Auch in Bangkok werden die Jungtiere teilweise später geboren als überall anderswo auf der nördlichen Halbkugel. Sasha im Juni, Vania/Vanille im Februar.

      Das heißt nicht, dass ich es den Chinesen nicht zutrauen würde, auch künstliche Befruchtungen durchgezuführt zu haben. Schließlich haben sie viel Erfahrung damit bei den Großen Pandas.

      Ich bin auch skeptisch, kann aber die Zoos in den USA verstehen, die jede Chance nutzen wollen.
      LG Ulli

  2. ich seh das etwas anders.bei den eisbären überleben zu wenig jungtiere.was ändert da die künstliche befruchtung an der hohen sterberate der tiere ?
    es werden vielleicht mehr geboren aber es werden auch mehr sterben.
    ich seh den sinn dabei nicht,sorry.
    man muß die ursache der sterblichkeit erforschen.ich möchte auch nicht das der eisbär im zoo ausstirbt .das wird aber doch wohl noch anders zu händeln sein als mit einer künstlichen besamung ,bei dem doch eigentlich sehr sexfreudigem tier
    l.g.martina

    • Du hast mich, glaube ich, missverstanden. Es gibt zu wenig Jungtiere. Es sterben mehr „alte“ Eisbären (die meisten einfach, weil sie eben alt sind, wie Pelusa), als Jungtiere geboren und aufgezogen werden. Um die Zahl der Eisbären, die im Augenblick in Zoos gehalten werden, in etwa stabil zu halten, müssen mehr Jungtiere geboren und natürlich auch aufgezogen werden. Wenn mehr Eisbärinnen Jungtiere zur Welt bringen, werden auch mehr aufgezogen, auch wenn nicht alle überleben.

      Ich halte eine Forschung in diesem Gebiet auch aus den unten genannten Gründen nicht nur bei Eisbären für die Populationen in der Wildnis für die Zukunft wichtig. Es wird da bestimmt keine schnellen Erfolge geben. Bevor so etwas wirklich „erfolgreich“ ist, wird es einige Zeit dauern. Natürlich ist das alles ein Versuch, das wieder zu reparieren, was Menschen kaputt gemacht haben, und wirklich Sinn hat das alles nur, wenn man dafür sorgt, dass die Lebensräume der Tiere erhalten bleiben.

      Das man auch über die Reduzierung der Sterblichkeit der Jungtiere forschen muss, ist eine andere Baustelle, da hast du natürlich recht. Die Zahl der überlebenden Jungtiere hat in den letzten Jahren übrigens zugenommen.

      • martina-nrw

        gegen forschungen hab ich generell ja nichts.
        das zu wenig jungtiere geboren werden ist richtig, aber ich dachte immer es gibt zu wenig weibliche eisbären ,sprich einen männerüberschuß, in den zoos.
        warum dann künstlich befruchten ? liegt da nicht ein austauschprogramm der bären näher ?

        einen zooeisbären mal wieder auszuwildern wird wohl nur schwer möglich sein ,so wie wir ihn kennen (wie er dort lebt) denke ich mal.
        ich bin gespannt ob auf bei diesem forschungprojekt überhaupt was brauchbares bei rumkommt und lasse mich auch gerne eines besseres belehren.
        nur im moment seh ich den nutzen noch nicht wirklich.
        das thema beinhaltet ja eine menge fragen und gedanken.
        und du hast recht :
        ohne den natürlichen lebesraum der tiere zu erhalten macht das alles sowieso keinen sinn.

        l.g.martina

  3. Hallo Ulli, Hallo Martina,
    komisch, letzte Woche sagte ich noch über solche Möglichkeiten zu Martina, die das aber für sehr unwahrscheinlich hielt.
    Mich erstaunt nichts mehr, was Menschen sich so ausdenken.
    Keine Ahnung, was das bringen soll, aber vielleicht ergibt es ja irgendwann einen Sinn (für mich und für uns alle).

    • jau,gestern noch unwahrscheinlich und heute schon gemacht ,aber das resultat steht ja noch in den sternen.
      entweder passiert gar nix,oder ne invasionen von handaufzuchten marschieren an.
      macht das sinn ? läßt der zooeisbär sich so austricksen ?

      • Also ich bin auch skeptisch, ob dieser Versuch am Ende tatsächlich „erfolgreich“ ist, also mit Jungtieren belohnt wird.

        Aber ich sehe es weniger kritisch, dass man es versucht. Bei Großen Pandas ist die künstliche Befruchtung in Zoos fast schon der Normalfall und die Jungtiere werden danach von ihren Müttern aufgezogen. Warum soll das bei anderen Bärenarten nicht auch funktionieren. Wenn dadurch mehr Jungtiere geboren werden, wäre das ein Erfolg. Im Augenblick sterben jedes Jahr mehr Eisbären in Zoos, als geboren werden. Das führt am Ende dazu, dass es keine Eisbären in Zoos mehr gibt. Ich fände das schade.

        Außerdem kann eine solche Technik auch in der Wildnis helfen bei einer kleinen Restpopulation die genetische Vielfalt zu erhalten. Bei Löwen in Afrika gibt es das Problem, dass viele Rudel mittlerweile von der menschlichen Zivilisation eingeschlossen leben und eine Art „Inseldasein“ führen, dadurch kommt es zu Inzucht. Eine Möglichkeit, für frisches Blut zu sorgen, ist künstliche Befruchtung. Ähnliches will man auch bei Asiatischen Löwen versuchen. Und so ein Verfahren wird zunächst in Zoos „ausprobiert“. Die Löwin in Köln ist mit Sperma von dem Löwen aus Magdeburg künstlich befruchtet worden. Das hat leider nicht zu dem gewünschten Resultat geführt, aber man ist ja auch noch beim Beginn dieser Forschung. Ziel ist es nicht in erster Linie für mehr Asiatische Löwen in Zoos zu sorgen, sondern die genetische Vielfalt der Asiatischen Löwen in der Wildnis zu verbessern.

  4. hallo ulli

    für paare mit einem kinderwusch ist die künstliche befruchtung bestimmt ein segen.
    ob das auch auf einen eisbären zutrifft,da hab ich meine zweifel.
    ich sehe das mit sehr gemischten gefühlen .

    l.g.martina

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