Düsseldorf

Es gibt Zoologische Einrichtungen in Deutschland, die fast aus den Gedanken der Menschen verschwunden sind. Darunter auch der Zoologische Garten, Scheidt-Keim-Stiftung in Düsseldorf. Auch dieser Zoo hatte Eisbären. Glücklicher Weise gibt es Menschen, die sich für die Geschichte der Zootierhaltung interessieren. Hier versucht Joseph Boscheinen die Erinnerung für den Zoo Düsseldorf hochzuhalten und hat eine Facebook-Seite erstellt, die über den „Alten Zoo Düsseldorf“ informiert

Die Facebookseite des alten zoologischen Gartens Düsseldorf

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Der Zoologische Garten Düsseldorf eröffnete im Mai 1876 und bekam den Namenszusatz „Scheidt-Keim-Stiftung“ im Juni 1905. Er existierte bis zur Zerstörung durch Luftangriffe bis zum November 1944.

Düsseldorf - alte Gruppe 1In der Bilanz des Jahres 1889 wird angegeben, dass ein zweiter Eisbär angeschafft wurde. Dies bedeutet, dass in der Vorzeit schon ein Eisbär vorhanden sein musste. Wann dieser Eisbär nach Düsseldorf kam, kann nicht mehr herausgefunden werden.

Unter der Leitung des Direktors Dr. Georg Aulmann wurde dann Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts eine neue Eisbärengruppe aufgebaut. Sie bestand aus einem Männchen und drei Weibchen. Diese Tiere wurden wahrscheinlich von der Firma Ruhe bezogen.

Im Jahr 1925 wurde die neue Eisbärenanlage in der Südost-Ecke des Zoos eröffnet. Sie war einem Felsengebirge nachgebaut, dass dem Hagenbeckvorbild entsprach. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Zoo vier Eisbären. Hulu, das Männchen und drei Weibchen.

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Der Krieg hat den Zoo schwer getroffen, mehrere Luftangriffe hatte den Zoo schwer verwüstet. Schon im Mai 1940 wurde von Hermann Göring ein Räumungsbefehl erlassen, nach dem sich die Zoologischen Gärten Köln, Wuppertal, Düsseldorf, Duisburg und Münster von einem Tag zum Anderen von ihren Großtieren trennen sollten. Am 17. Mai 1940 wurde in Düsseldorf, schon in vorauseilendem Gehorsam, viel zu früh, fünf Löwen, zwei, Panther, drei Eisbären und sechs Braunbären erschossen. Der vierte Eisbär muss schon vorher gestorben sein. Damit endete die Eisbärenhaltung in Zoologischen Garten zu Düsseldorf.

1965.02.24 Düsseldorfer NachrichtenIm Januar 1957 bekam der Zoo Düsseldorf aus Russland zwei Eisbären geschenkt. Da der Zoo nicht mehr existierte wurden sie an den Zoo Duisburg weitergegeben. Ein Tier wurde vom anderen Bären während eines Streites getötet. Das übrig gebliebene Tier dann im Jahr 1965 an den Zoodirektor Ruhe abgegeben, der den Bären in Alfeld unterbrachte, da beide Einrichtungen dem Tierhändler Ruhe gehörten. Der weitere Verbleib des Bären ist nicht bekannt.

Foto und Text aus den Düsseldorfer Nachrichten vom 24. Februar 1965

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