Toboisky Ölfeld: Eine hartnäckige Eisbärin behindert Ölföderung

Toboisky Ölfeld, 28. November 2014

Schon seit einigen Tagen berichteten russische Onlinemedien von einer Eisbärin, die die Ölförderung im Toboisky Ölfeld im Autonomen Kreis der Nenzen (NAO) mehrere Tage lang gestört hatte. Am 15. November tauchte die etwa 18 Monate alte Bärin in der Nähe eines Bohrloches östlich von dem ehemaligen Fischerdorf Varandej auf. Sie war offenbar auf der Suche nach Futter, verhielt sich aber nicht aggressiv. „Aber alle [Eisbären] versuchen in die Kantine zu gelangen“, erklärte ein Sprecher der Ölgesellschaft. Mehrere Tage verhinderte das junge Weibchen, den normalen Arbeitsablauf.

For the past several days, the Russian online media have been reporting on a female polar bear, who has been disrupting oil production in the Tobolsky oilfields in the Nenets Autonomous Oblast (NAO) for several days now.  On November 15, the 18-month-old bear appeared near a borehole east of the former fishing village of Varandei.  She is obviously in search of food, but has not been aggressive.  “All [polar bears] try to get into the canteen,” explained a spokesman for the oil company.  For several days she’s got in the way of normal work. 

Schließlich traf am 20. November ein Hubschrauber mit einer Gruppe von Mitarbeitern des Amtes für Naturressourcen und Umwelt des NAO ein, mit dessen Hilfe es zunächst gelang das Tier zu verscheuchen. Doch kurz danach tauchte sie auf dem Toboisky Ölfeld auf.

Finally on November 20, a group of staff from the Office of Natural Resources and Environment of the NAO, arrived in a helicopter and managed to scare the animal away.  Soon after, she reappeared at the Tobolsky oilfields.

Man musste also zu energischeren Maßnahmen greifen. Die Eisbärin wurde am 25. November narkotisiert und mit einem Hubschrauber auf die Insel Dolgi transportiert, die etwa 40 Kilometer entfernt vor der Küste in der Petschorasee, einem Randmeer der Barentssee, liegt. Man hoffte, dass die Eisbärin nun erst einmal auf der Insel bleiben würde, da sich noch keine Eisbrücke zum Festland gebildet hatte.

So they had to resort to Plan B.  The polar bear was sedated on November 25, and transported by air to Dolgi Island, something like 25 miles away from the coast in the Pechora Estuary, an offshoot of the Barents Sea.

Die Eisbärin aber erwies sich als hartnäckig. Sie benötigte gerade einmal zwei Tage um über Wasser und Eis zurück zu dem Ölfeld zu gelangen. Man vermutet, dass die Bärin vielleicht von Ölarbeitern gefüttert wurde und sie deshalb lieber dorthin zurückkehrte, als auf Dolgi auf die Jagd zu gehen. Der Pressedienst des Autonomen Kreises der Nenzen beruhigt, dass die Situation im Augenblick unter Kontrolle sei. Man beratschlage zusammen mit Wissenschaftlern des WWFs und der Umweltbehörde das weitere Vorgehen. Eine Option sei, die Bärin auf die weiter entfernt liegende Insel Waigatsch oder nach Nowaja Semlja zu transportieren.

The lady was nothing, if not persistent.  She only took two days to cross water and ice and get back to the oilfield.  It is speculated that she had been fed by oilworkers and preferred this to Dolgi, where she didn’t want to go hunting.  The Press Office of the NAO believed that everything was calm at the moment, and that the situation would soon be under control.  Consultations have taken place between scientists from the WWF (World Wildlife Fund) and the Office of Natural Resources and Environment.  One choice would be to take the bear away again and further to Vaigach Island or to Novaya Zemlya.

Die Eisbärin verhält sich weiterhin ruhig. Den Arbeitern des Ölfeldes wurde dringend geraten, sie nicht zu locken oder zu füttern und sich ihr nicht zu nähern, um keine aggressiven Reaktionen zu provozieren.

The female doesn’t seem agitated in any way.  Oilfield workers are strongly advised not to tempt her or to go near her, so as not to provoke any kind of aggressive reaction. 

Eisbären sind in der Region nicht selten. In der Nähe der Küstenorte der Nenzen tauchen im November immer wieder Eisbären auf. In diesem Jahr wurden besonders viele beobachtet. Nicht immer kann ein Hubschrauber zu den abgelegenen Siedlungen fliegen, um dabei zu helfen die Tiere zu verscheuchen. Die Polar Bear Patrol des WWF unterstützt die Einwohner darin, Gummigeschosse, Fackel und verschiedene laute Geräusche einzusetzen, um die ungebeten Gäste wieder loszuwerden, ohne das Mensch und Tier zu Schaden kommt.

Polar bears are not uncommon in the region.  In the northern coast near Nenetz, many bears are seen diving in the water.  This year, however, many more than usual were seen.  Helicopters cannot always be used to fly to out-lying settlements and help to scare the bears away.  The WWF’s Polar Bear Patrol supports the use of rubber bullets, flares, or any other kind of loud noise, to scare the bears away without injury either to humans or to bears.

Quellen – Sources:
http://adm-nao.ru/press/government/4363/
http://adm-nao.ru/press/governor/4409/
http://adm-nao.ru/press/government/4433/
http://tass.ru/spb-news/1585514
http://tass.ru/spb-news/1587255
http://tass.ru/spb-news/1602083
http://tass.ru/spb-news/1600988
http://medialeaks.ru/odd-news/2811ov-medveditsa

Eine Antwort zu “Toboisky Ölfeld: Eine hartnäckige Eisbärin behindert Ölföderung

  1. Schön, zu lesen, dass man mit allen Mitteln versucht, die Eisbären am Leben zu lassen.
    Das ist eine gute Nachricht zu Beginn der Adventszeit.:)
    Allerdings kann ich mir auch sehr gut vorstellen, wie gefährlich das Leben der dort lebenden Menschen
    in dieser Jahreszeit ist.

    Ich wünsche euch eine angenehme Adventszeit, liebe Ulli und lieber Gerhard.
    LG Brigitte

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