Hamburg: Hamburgs Eisbär Blizzard ist unfruchtbar.

Hamburg, 29. Juni 2018

Lange hat man sich gewundert warum es im Tierpark Hagenbeck keinen Nachwuchs mit Blizzard und Victoria gab. Jetzt steht der Grund der Kinderlosigkeit fest und Hamburg muss noch länger auf Bärennachwuchs warten. Die Ultraschalluntersuchungen bestätigen den Verdacht von Hagenbecks Tierpark: Der zwölfjährige Eisbär Blizzard ist zeugungsunfähig. „Unfruchtbarkeit bei Eisbären ist ein Problem, was auch in der Natur häufig vorkommt“, erklärte eine Sprecherin des Tierparks.

Foto: Simone Müller

Um doch noch Nachwuchs im Tierpark Hagenbeck zu bekommen gibt es mehrere Möglichkeiten:

a.) Man kann das Männchen austauschen und Blizzard mit einem zeugungsfähigen Eisbären ersetzen. Dazu würden sich mehrere Bären anbieten.

b.) Die andere Alternative wäre eine künstliche Befruchtung. Diese Methode wurde schon mehrfach angewendet, hat aber bisher zu keinem Erfolg geführt.

Der Tierpark Hagenbeck hat sich für die zweite Möglichkeit entschlossen und Victoria künstlich befruchtet. Dazu wurde gefrorenes Sperma vom IWZ genommen, dass von einem Eisbären aus Neumünster eingelagert wurde. Nach Zeitungsbericht in SHZ.de stammt dieses Sperma vom Eisbären Kap, der dreizehn Jahre lang im Tierpark Neumünster lebte und jetzt in Karlsruhe lebt. Diese Spermawahl ist zu begrüßen, da Kap bisher in der europäischen Eisbärenpopulation noch nicht vertreten ist.

Im Winter/Frühjahr 2019 werde sich zeigen, ob dieser pragmatische Ansatz gefruchtet habe. In diesem Zeitraum ende die Tragzeit des Eisbären. „Wir wissen erst, ob es mit der Befruchtung geklappt hat, wenn die Tragzeit zu Ende ist“, so der Tierpark.

Nur der Vollständigkeit halber: im Tierpark Neumünster lebten folgende männlichen Eisbären:

10.10.1997 – 18.11.1999 Lars (geb. 12.12.1993 in München, gest. 18.9.2017 in Aalborg)
17.11.1999 – 10.09.2005 Rambo (geb. 1988, gest. 10.09.2005 in Neumünster), kastriert
23.04.2004 – 11.03.2013 Kap (geb. 16.10. 2000 in Moskau)
12.05.2014 – 12.04.2017 Kap
12.04.2013 Vitus (02.12.2000 in Rostock), steril

Bei diesen Bären bleiben also nur Lars und Kap übrig. Das es eine Samenspende von Lars ist, ist dann doch unwahrscheinlich.

Ergänzung durch den Tiergarten Neumünster auf Facebook:

Kurzes Update zu Pressemeldungen aus Hamburg: Im Hagenbeck – Tierpark und Tropen-Aquarium ist eine künstliche Befruchtung bei einem dort lebenden weiblichen Eisbären vorgenommen worden. Es handelt sich um eine Spermaprobe von unserem Kap, die ihm unter Narkose damals noch im Tierpark Neumünster e.V. genommen wurde. Zu dieser Zeit wurde untersucht, ob die Spermienqualität von Kap für die Zucht gut genug ist. Dieser Test war positiv, das restliche Sperma wurde für künstliche Besamungen eingefroren. Ob diese Befruchtung im Tierpark Hagenbeck geklappt hat, wird sich erst im Winter zeigen. Wir drücken den Kollegen aber fest die Daumen. Ob Kap auf natürlichem Weg auch schon in Karlsruhe erfolgreich war, wird sich auch erst im Winter zeigen. Es ist bei uns aber dieses Jahr eher unwahrscheinlich.

 

Quelle:

http://www.shz.de/regionales/hamburg/sorge-um-eisbaernachwuchs-samenspende-kommt-aus-karlsruhe-id20295152.html

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