Kanada: The Harvest – Die Ernte

The Harvest – Die Ernte

By Diane

Foto: Diane

Foto: Diane

You may be surprised to learn that, in one way, polar bears in zoos are very lucky.  Even if it’s just dog food, they get fed every day and are kept safe from predators.  And who preys on polar bears?  Go look in the mirror.  Get out your spear or quiver, slap down maybe $40,000, and away you go.

Sie werden überrascht sein zu erfahren, dass auf  irgendeine Art und Weise Eisbären in Zoos sehr glücklich sind. Selbst wenn es nur Hundefutter sein sollte, das sie täglich gefüttert bekommen, sie müssen keinen Hunger leiden und sind vor Raubtieren sicher. Und wer sind diese Raubtiere, die Jagd auf Eisbären machen? Schauen sie in den Spiegel. Besorgen sie sich eine Waffe und legen so um die  40.000 $ auf den Tisch und schon kann es losgehen.

In Nature, polar bears sit serenely at the top of the food chain.  There are occasional incidents of the bears killing each other, but more commonly polar bears are killed by hunters … human hunters.  This still happens in Alaska, Russia, and Greenland, but I’m going to focus on Canada, which may house as much as two-thirds of the world’s polar bear population.  I live in Canada, well outside any area of controversy, but after forty years here, I do understand the complex dynamics that shape this country’s diverse attitudes on the issue.

In der Natur sitzen die Eisbären ruhig an der Spitze der Nahrungskette. Es gibt vereinzelte Fälle, wo Bären sich untereinander töten, aber häufiger werden Eisbären von Jägern … menschlichen Jägern getötet. Dies geschieht noch in Alaska, Russland, Norwegen und Grönland, aber ich werde mich auf Kanada, das zwei Drittel der weltweiten Eisbärenpopulation beherbergt, konzentrieren. Ich lebe in Kanada, wenn auch außerhalb der Gebiete, wo Mensch und Eisbär aufeinander treffen, aber nach vierzig Jahren hier verstehe ich die komplexe Dynamik, die die vielfältige Einstellungen dieses Landes zu diesem Thema, prägen.

Where I live, opinions on global warming and the possible extinction of the polar bear go in two directions:  indifference and firm support for trying to save the animals.  But up North, the situation is quite different.  There may be people who support the global warming attitude up there, but the general belief is not that, but that the bear populations are certainly stable and may be increasing, even that harvest is a beneficial thing for Nature.

Wo ich lebe, schwanken die Meinungen über die globale Erwärmung und dem möglichen Aussterben der Eisbären zwischen zwei Richtungen: Gleichgültigkeit und  der entschlossenen Unterstützung der Versuche, die Tiere zu erhalten. Aber im Norden Kanadas sieht die Situation ganz anders aus. Es mag Leute geben, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur globalen Erwärmung dort oben anerkennen, aber der allgemeine Glaube ist, dass die Bärenpopulationen sicher stabil sind oder sogar zunehmen und dass die Jagd auf die Eisbären eine positive Sache für die Natur ist.

In Canada, indigenous hunters (the Inuit) are assigned a quota each year.  To kill a bear, one must have either a permit or an awfully good excuse, such as “He was coming right at me!” or “He was breaking into the classroom!”  The original idea was that these bears would be hunted for subsistence, but that attitude may have been naïve because certainly these days, the bears are hunted for money.  The sale of polar bear skins happens annually at two auction houses in Canada.  There you can view dozens of polar bear pelts, stacked up in piles like towels in a closet.  And then the auction begins.  Polar bear fur is getting rare and is popular in China and Russia.  You can even buy it across the counter at your local fly shop.  I have a piece of it that I use doing programming with children, and I acquired it quite easily and entirely legally.  Price $15, and I didn’t kill the bear myself.

In Kanada wird den einheimischen Jägern (den Inuit) jedes Jahr ein Kontingent an Tieren zugewiesen, die sie jedes Jahr erlegen dürfen. Um einen Eisbären töten zu dürfen, muss man entweder eine Genehmigung haben oder eine gute Ausrede wie: „Er kam direkt auf mich zu!“ oder „Er wollte in den Klassenraum gelangen!“  Die ursprüngliche Idee war es, dass diese Bären für den Lebensunterhalt der Jäger gejagt würden. Doch diese Haltung war vielleicht naiv, weil heutzutage die Eisbären sicherlich nur wegen Geld gejagt werden. Der Verkauf der Eisbärenfelle findet jährlich in zwei Auktionshäusern in Kanada statt. Dort kann man Dutzende von Eisbärenfellen finden aufgestapelt wie Handtücher im Regal. Und dann beginnt die Auktion. Eisbärenfelle werden immer seltener und sind in China und Russland sehr begehrt. Man kann sie sogar über die Ladentheke in Outdoor Shops erwerben. Ich habe ein Stück Fell, dass ich bei meinen Informationsveranstaltungen für Kinder benutze, ganz legal in einem Laden erworben für einen Preis von $ 15, und ich musste den Bären nicht selbst töten.

Fell 02

Foto: Bill Butcher/USFWS

Last year Maclean’s, Canada’s equivalent to Time magazine, published an article on the subject.  It surprised many Canadians to learn that we were still killing polar bears, let alone auctioning the skins off to buyers from other countries.  The article was accompanied by a photo of a much prized pelt which apparently sold for $8400, about the price of a late-model used Smart Car.  Here’s the article with the photo, but think about whether you want to see this: „We’re shooting polar bears?!?“ Where I live, some of the magazines were removed from shelves or moved to the back.  The photo was that controversial, and the shame that went with it could be a shock. 

Im vergangenen Jahr veröffentlichte Maclean’s, Kanadas einziges nationales Nachrichtenmagazin vergleichbar mit dem Spiegel, einen Artikel zu diesem Thema. Es überraschte viele Kanadier zu erfahren, dass wir immer noch Eisbären töten, geschweige denn dass eine Versteigerung der Felle stattfindet ausschließlich für Käufer aus anderen Ländern. In dem Artikel wurde ein Foto von einem sehr begehrten Pelz veröffentlicht, der offenbar für 8400 $ verkauft worden war, für den Preis eines guten Gebrauchtwagens. Hier ist das Foto und der Artikel,  aber denken sie darüber nach, ob sie so etwas  wirklich sehen wollen: „We’re shooting polar bears?!?“ Wo ich lebe, wurden einige der Zeitschriften aus den Regalen entfernt oder nach hinten gelegt. Das Foto war umstritten, und da Schamgefühl damit verbunden war, schockierte es viele.

Quoten für die Jagd auf ("Ernte von") Eisbären und die bekannten Zahlen der in Kanada von 1972 bis 2008 getötet Eisbären. Die tatsächliche Zahl der Bären geerntet ist oft geringer als die zulässigen Grenzen und ist einigermaßen stabil seit den frühen 1990er Jahren. (Quelle: Proceedings of the IUCN / IUCN/SSC Polar Bear Specialist Group).

Quoten für die Jagd auf („Ernte von“) Eisbären und die bekannten Zahlen der in Kanada von 1972 bis 2008 getötet Eisbären. Die tatsächliche Zahl der getöteten Bären ist oft geringer als die zulässigen Grenzen und ist einigermaßen stabil seit den frühen 1990er Jahren. (Quelle: Proceedings of the IUCN / SSC Polar Bear Specialist Group).

Canada is a big place, and within the country there are two factions that loudly proclaim their knowledge of what’s happening to polar bears.  At the University of Alberta, Drs. Ian Stirling and Andrew Derocher have conducted research over the last forty years that seems to indicate that there are fewer and fewer polar bears out there, a trend fed by loss of habitat.  Contradicting them is Nunavut, the newly formed territory that encompasses Canada’s eastern Arctic, including places you may not have heard of like Iqualuit and RepulseBay.  This is part of Canada’s polar bear zone.  There, the”Inuit maintain bear numbers are healthy despite the roughly 500 that are hunted every year”.  The village of Arviat indeed is finding itself “besieged” by wandering bears, on the lookout for anything they can find to eat.  Mostly in Nunavut, they “harvest” (I hate that word!) 500 male polar bears a year.  Based on anecdotal evidence, it is maintained that the population is stable.  Our scientist friends reckon that that is too many bears for the population to remain stable.

Kanada ist ein großes Land und innerhalb des Landes gibt es zwei Fraktionen, die laut ihr Wissen über das, was mit den Eisbären passiert, verkünden. An der Universität von Alberta führten Dr. Ian Stirling und Dr. Andrew Derocher in den letzten 40 Jahren Forschungen durch, die zeigen, dass es immer weniger Eisbären gibt, ein Trend, der durch den Verlust von Lebensraum ausgelöst wird. Dem widersprechen die Vertreter von Nunavut, das neu gebildete Territorium in Kanadas östlicher Arktis, dazu gehören Orte, von denen die sie vermutlich noch nie gehört haben, wie Iqualuit oder die Repulse Bay. Dies ist Teil Kanadas, wo die Eisbären leben. Dort pflegen die Inuit zu behaupten, dass die Anzahl der Bären trotz der rund 500, die jedes Jahr gejagt werden, stabil ist. Das Dorf Arviat findet sich der Tat „belagert“ von wandernden Eisbären auf der Suche nach Nahrung. Meist werden in Nunavut um die 500 männlichen Eisbären in einem Jahr „geerntet“ – ich hasse das Wort. Basierend auf Anhaltspunkten wird behauptet, dass dies die Population stabil hält. Unsere Wissenschaftler vertreten die Auffassung, dass das zu viele Bären sind, um die Population stabil zu halten .

(Some good news:  In Canada, hunters covet the big male bears, the bigger the better.  Female bears are not hunted, so the cubs are safe from hunters.  And Hudson is alive and well at the Assiniboine Park Zoo in Winnipeg.)

(Ein paar gute Nachrichten: In Kanada, ziehen die Jägern die großen männlichen Bären vor, je größer desto besser. Bärinnen werden nicht gejagt, so sind die Jungtiere sicher vor den Jägern und Hudson ist lebendig und gesund im Assiniboine Park Zoo in Winnipeg.)

Okay, so those are the protagonists, but the battle should be taking place in Canada’s parliament.  What’s happening there?  Well, nothing much.  The government body concerned with species endangerment is COSEWIC, the Committee on the Status of Endangered Wildlife in Canada.  They opine, “Although there is uncertainty over the overall impact of climate change on the species’ distribution and numbers, considerable concern exists over the future of this species in Canada.”  What is being done about it?  So far as I can glean, very little.  Indeed the situation is becoming somewhat notorious and pressure is coming from outside the country to clean up its act, notably from the International Union for Conservation of Nature (IUCN).

Okay, das sind also die Protagonisten, aber der Kampf sollte im kanadischen Parlament stattfinden. Was passiert da? Nun, nicht viel. Die Regierungsbehörde, die zuständig für die gefährdeten Tierarten ist, heißt COSEWIC, Committee on the Status of Endangered Wildlife in Canada. Sie verlautbart: „Obwohl es Unsicherheit über die globalen Auswirkungen des Klimawandels auf das Verbreitungsgebiet und die Zahlen der Tierart gibt, besteht große Besorgnis über die Zukunft dieser Art in Kanada.“ Was wird dagegen unternommen? So weit ich nachlesen kann, sehr wenig. In der Tat gestaltet sich die Situation ein Stück weit berüchtigt und es entsteht Druck aus dem Ausland, sich zu bessern, vor allem von der International Union for Conservation of Nature (IUCN – eine Nichtregierungsorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen für den Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren und so zu beeinflussen, dass eine nachhaltige und schonende Nutzung der natürlichen Ressourcen sichergestellt ist.)

Foto: Diane

Foto: Diane

Where will this end?  I have no idea.  The current stalemate seems to suggest that nothing much will happen for a very long time.  Parliament in Ottawa declares itself to be at pains to represent the opinions of all Canadians.  Maybe Canada will be pressured to change its attitude by foreign governments and international commissions.  Maybe public opinion will heat up to the point where there will seem no choice, one way or the other.  Maybe the supply of bears will run out, eliminating a need to take a stand on the issue.  Maybe international trade will be banned, supposedly making the pelts worthless.  Maybe the Inuit are right and there are plenty of bears up North.  Maybe global warming will cease to be an issue in a hundred years or so.  Maybe Canada’s parliament will suddenly take an interest in the issue.

Wo wird das enden? Ich habe keine Ahnung. Das aktuelle Patt scheint darauf hinzudeuten, dass nichts viel passieren wird für eine sehr lange Zeit. Das Parlament in Ottawa erklärt sich bemüht zu sein, die Meinungen aller Kanadier zu vertreten. Vielleicht wird Kanada  von ausländischen Regierungen und internationalen Kommissionen unter Druck gesetzt, seine Haltung zu ändern. Vielleicht wird sich die öffentlichen Meinung bis zu dem Punkt aufheizen, wo es so aussieht, dass es keine andere Wahl gibt, als endlich zu handeln. Vielleicht geht den Bären die Nahrung aus, wodurch die Notwendigkeit entsteht, Farbe zu bekennen zu dem Thema. Vielleicht wird der internationale Handel verboten werden, angeblich macht das die Felle wertlos. Vielleicht haben die Inuit recht und es gibt viele Bären im Norden. Vielleicht wird die globale Erwärmung in hundert Jahren oder so kein Problem mehr sein. Vielleicht wird Kanadas Parlament ganz plötzlich ein Interesse an dem Thema zeigen.

Personally, I find that last possibility unlikely.  As for the other outcomes, you’ll have to wait and see.

Ich persönlich halte die letzte Möglichkeit für unwahrscheinlich, bei den anderen werden wir warten müssen, was geschieht.

Quellen – Sources:

http://uphere.ca/node/850
http://www2.macleans.ca/2012/02/16/were-shooting-polar-bears/
http://www.iucn.org/ http://intl-icb.oxfordjournals.org/content/44/2/163.full
http://cmsdata.iucn.org/downloads/nunavut_norisk_1.pdf http://www.cbc.ca/news/canada/north/story/2013/01/30/north-polar-bear-meetings-postponed.html
http://www.cosewic.gc.ca/
http://www.macleans.ca/science/environment/article.jsp?content=20080123_5242_5242
http://www.canadianbusiness.com/business-strategy/putting-a-price-on-polar-bears/
http://laws-lois.justice.gc.ca/eng/Const/page-15.html#h-40
http://www.assiniboineparkzoo.ca/index.php

Eine Antwort zu “Kanada: The Harvest – Die Ernte

  1. Liebe Diane, liebe Ulli,
    danke für den Artikel und die Übersetzung.
    Ich hoffe, die Eisbären werden alles was sie bedroht überleben.
    Die Hoffnung will ich nicht aufgeben, obwohl
    ich auf Grönland auch in jedem Ort, den ich besuchte, aufgespannte Eisbärenfelle gesehen habe:(
    Liebe Grüße
    Brigitte

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