Cochrane: Inukshuk ist angekommen

Cochrane, 1. Oktober 2012

Am frühen Morgen nach einer etwa zehnstündigen Fahrt mit dem LKW vom Toronto Zoo ist Inukshuk gesund und munter im Cochrane Polar Bear Habitat angekommen. Kaum war er aus seiner Transportkiste gestiegen, hat er mit gutem Appetit Marshmallows und Trauben vertilgt und ausgiebig seinen Durst gestillt.

Foto: William Pitcher

In Cochrane ist man froh, dass der Transport gut über die Bühne gegangen ist und man nun neben Inukshuks Sohn Ganuk auch den Vater eine Zeit lang beherbergen wird. Die Direktorin des Habitats, Karen Cummings, sagte: „Wir sind sehr geehrt, ihn hier zu haben.“

Inukshuk, eine Leihgabe aus dem Toronto Zoo, wird einen Monat in Quarantäne hinter den Kulissen bleiben, so dass Mitarbeiter seine Gesundheit und die Eingewöhnung auf der Anlage überwachen können. „Die Quarantäne ist eine notwendige Vorsichtsmaßnahme sowohl für Inukshuk als auch für Ganuk. Und fast genauso wichtig ist ein weiterer Grund: so können Inukshuk und die Tierpfleger eine Beziehung aufbauen“, sagte die Tierpflegerin, Shannon Hannan. „Sobald er bereit für seinen ersten öffentlichen Auftritt ist, werden wir es allen mitteilen.“

Foto: christopher charles

Jemand der sich besonders darüber freut, dass es Inukshuk so gut geht und er ihn nun in Cochrane sehen kann, ist ein sein Retter, OPP Officer, Wayne Menard: „Ich bin so stolz zu wissen, dass Inukshuk nicht nur überlebt hat, sondern er auch Vater geworden ist.“, sagte Wayne Menard.

Nachdem er im Frühjahr 2003 einen Anruf erhalten hatte, dass Jäger Inukshuks Mutter und eines ihrer Jungtiere in der Nähe von Fort Severn in Ontario erschossen hatten, stellte Menard das 10 Wochen alte Jungtier, das eingefangen worden war, sicher und rief den Toronto Zoo an. „Es war einfach eine tolle Erfahrung. Ich brachte ihn in einer Gefängniszelle unter, denn das war der sicherste Ort, der mir einfiel, aber er weinte – so musste ich dort bei ihm bleiben. Er legte seinen Kopf in meinen Schoß und schlief schließlich ein. Ich konnte mich stundenlang nicht bewegen – am Ende tat mir alles weh.“ Menard erzählte, dass ihm Einheimische geholfen hätten, indem sie Fleisch von Karibus und Fische für den kleinen Eisbären besorgten, die er ihm mit der Hand gefüttert habe. „Er hatte so große Pfoten, auch als Jungtier. Ich habe versucht, sie, ohne ihn aufzuwecken, zu berühren, und sie waren größer als meine Hand auch damals schon. „

Inukshuk und sein Retter im Frühjahr 2003

Das Cochrane Polar Bear Habitat hat Menard eingeladen, Inukshuk zu besuchen, sobald der Bär sich eingewöhnt hat. „Ich glaube nicht, dass ich in der Lage sein werde, ihn jetzt knuddeln“, lachte Menard.

Wahrscheinlich nicht. Zu behaupten, dass Inukshuk gewachsen ist, ist eine Untertreibung. Er ist jetzt 2,74 m groß, wenn er auf seinen Hinterbeinen steht, seine Schulterhöhe ist 1,32 m und mit einem Gewicht von 486,7 Kilogramm ist Inukshuk ein großer Junge. Wenn man bedenkt, dass seine beiden Tierpfleger in Cochrane gerade einmal 1,52 m groß sind, kann man sagen, dass Inukshuk definitiv für einige Aufregung in der Cochrane Gemeinschaft sorgen wird.

„Es wird den Spaß und die Freude verdoppeln“, gestand Cummings. „Es wird mehr Chancen geben, sowohl für die Öffentlichkeit Bären sehen zu können als auch für uns Forschung zu betreiben und neue Kenntnisse zu gewinnen.“

In der Pressemitteilung des Cochrane Polar Bear Habitats fehlen leider Informationen über den Grund von Inukshuks Umzug. Wir vermuten, dass man im Toronto Zoo dieses Jahr sicher gehen möchte, dass die beiden Eisbärinnen Aurora und Nikita genug Ruhe haben, um vielleicht Nachwuchs auf die Welt bringen zu können. Inukshuk hat in jedem Fall das Seine dazu beigetragen. Im letzten Jahr hat sich Aurora nicht um ihren Nachwuchs gekümmert und zwei der drei Jungtiere, die sie am 12. Oktober 2011 zur Welt gebracht hat, verletzt, so dass sie gestorben sind. Das dritte Jungtier, Hudson, wurde mit der Hand aufgezogen und der Zoo feiert am 13. Oktober 2012 eine Geburtstagsparty für seinen jüngsten Eisbären. Über den Umzug seines Vaters gibt es vom Toronto Zoo keine Mitteilung.

Quelle – Source:

inuikshuk-arrives

2 Antworten zu “Cochrane: Inukshuk ist angekommen

  1. Oh, das ist ja heute:)
    die Geburtstagsfeier für Hudson, herzlichen Glückwunsch, kleiner Eisbär.

    Die Geschichte, die ihr hier erzählt, ist sehr anrührend.
    Auf der einen Seite werden die Mutter und ein Kind erschossen und auf der anderen kümmert sich ein Mann rührend um die Aufzucht des überlebenden und bleibt bei dem kleinen weinenden Bärchen.
    Gerade heute, an Herrn Dörfleins Geburtstag, rührt es mich besonders.

    Ich freue mich natürlich auch, dass Inukshuk die lange Reise unbeschadet überstanden hat und wünsche ihm einen guten Aufenthalt im Cochrane Polar Bear Habitat.

    Liebe Grüße
    Brigitte

  2. Da wünsche ich Inukshuk alles Gute in seiner neuen Heimat. Es freut mich immer sehr, wenn ein Eisbär den Transport gut überstanden hat. Wie schön, dass die Handaufzucht so gut geklappt hat, damals.

    LG Elke

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