Portland: Der Oregon Zoo trauert um Tasul, eine der ältesten Eisbärinnen der Welt

Portland, 18. November 2016

Tasul, eine Eisbärin, die bekannt wurde für ihre Persönlichkeit und ihre bahnbrechende Beiträge in den wissenschaftlichen Naturschutz, wurde heute eingeschläfert, um ihr weiteres Leiden zu ersparen. Sie litt an einem aggressiven Krebsleiden.

tasul-portlandFoto: Facebookseite des Oregon Zoos

Ein paar Wochen vor ihrem 32. Geburtstag starb Tasul, sie war der drittälteste Eisbär in nordamerikanischen  Zoos, und eine der ältesten auf der Welt. In der Arktis erreichen Eisbären selten ein Alter das höher ist als 18 Jahre, obwohl Ian Sterling, ein Wildbiologe auch zwei Eisbären dokumentiert  hat, die 32 Jahre alt waren.

Während einer Ultraschalluntersuchung in der vergangenen Woche entdeckten Zootierärzte einen Tumor am rechten Eierstock von Tasul, und  nach einer Biopsie zeigte sich, dass es sich um eine Krebserkrankung handelte.  Für heute Morgen wurde eine Operation geplant, um den Tumor zu entfernen und  um festzustellen, ob sich Metastasen gebildet hatten . Während der Operation wurde jedoch klar, dass der Krebs bereits weit gestreut hatte. Um ihr weiteres Leiden zu ersparen, trafen die Tierpfleger die schwierige Entscheidung, sie zu diesem Zeitpunkt von ihren Leiden zu erlösen.

„Wir wissen, dass viele Zoobesucher mit uns im Augenblick trauern“, sagte Nicole Nicassio-Hiskey, die älteste Pflegerin für Meerestiere, die die Bärin seit mehr als 15 Jahren kannte.  „Tasul berührte die Herzen der Leute, und sie war solch ein großer Bär. Sie half, das Bewusstsein darüber zu wecken, was mit den Eisbären in der Arktis passiert, und sie half den Wissenschaftlern zu verstehen, was dort geschieht. Wilde Eisbären haben Schwierigkeiten, und ihre Zukunft hängt davon ab, dass wir alle gemeinsam daran arbeiten, den Klimawandel zu bekämpfen. „

„Tasuls Bereitschaft, eine Beziehung zu ihren Pflegern aufzubauen und an der Ausbildung teilzunehmen, trug  viel dazu bei die wilden Eisbären zu verstehen“, sagte Amy Hash. „Ich möchte, dass es ihr Erbe ist. Sie hat so viel für ihre Art beigetragen. „

Im Jahr 2011 wurde Tasul der erste Eisbär  der Welt, der freiwillig Blut abgab – ein bedeutenderer  Fortschritt für die Haltung von Wildtieren vor allem während der tierärztlichen Behandlung und Untersuchung. Nach der Veröffentlichung über diesen Meilenstein in den Medien kontaktierte Dr. Karyn, ein Wissenschaftler des Polar Bear Teams der US Geological Survey, den Zoo und bat um  Unterstützung bei der Forschung des USGS über die Veränderung durch den Klimawandel im artikischen Ökosystem.

Foto: Oregon Zoo , Michael Durham

Foto: Oregon Zoo , Michael Durham

Tasul half Dr. Rode´s Forschung bei der Frage, wie sich der Klimawandel auf die Ernährung der wilden Eisbären auswirkt. Sie half auch dem USGS, indem sie einen Hightech-Kragen ausprobierte, um ihren Bewegungen zu folgen. Dadurch konnten Halsbänder mit GPS entwickelt werden, die es ermöglichten Eisbären in der Arktis zu verfolgen, die sonst nur extrem schwierig zu beobachten sind. Tasuls Daten halfen den Forschern aus der Ferne zu untersuchen wie Eisbären auf den Rückgang des Meereseises reagieren.

„Das Team von Pflegern und Forschern revolutionierte wirklich die Art, wie wir heute die Eisbären in Zoos halten, und Tasul war ein leuchtendes Beispiel dafür“, sagte Amy Cutting, die Kuratorin für Meeressäuger es Zoos. „Als ich sie vor 14 Jahren zum ersten Mal traf, konnte sie nervös und ängstlich sein. Es ist wirklich ein Privileg für mich zu beobachten, wie ihre Pfleger ihr Vertrauen aufbauten und sie ermutigten, sich im Laufe der Jahre auszudrücken. Sie entwickelte sich zu einem verspielten, selbstbewussten Bären, der eindeutig bereit war jede Herausforderung zu meistern. „

Tasul wurde am 1. Dezember 1984 am Riverbanks Zoo in Columbia, (South Carolina) geboren und kam im Jahr 1986 in Portland an. Sie war bei Zoobesuchern und Angestellten beliebt – besonders stark  war ihre Bindungen zu den Pflegern.

Im Jahr 2012 wurde Tasul in einem Artikel über ältere Tiere des Oregon Zoos erwähnt, in dem das Vorgehen von Pflegern und Tierärzte bei Tieren beschrieben wird, die sich dem Ende ihres Lebens nähern. Die Zoomitarbeiter beobachteten sie sehr genau und behandelten sie gegen ihre altersbedingte Erkrankungen wie z. B. Arthritis.

Die Pfleger sind enttäuscht, dass Tasul nicht die Chance haben wird als Freund und Mentor der 1-jährigen Nora zu dienen, die hier im Herbst vom Columbus Zoo angekommen ist.  „Einer der Gründe, warum Nora in den Oregon gekommen war, dass sie einen anderen Bären treffen sollte“, erklärte Amy Cutting. „Es ist vorteilhaft für einen jungen Bären, der mit der Hand aufgezogen wurde, so schnell wie möglich einen Mentor zu finden. Deshalb stehen  wir in Kontakt mit dem „Species Survival Plan“, was das beste für Nora ist zum jetzigen Zeitpunkt ihrer Entwicklung.“

Bis ein Gefährte für Nora gefunden wird, sagte Cutting,  versucht der Oregon-Zoo Nora mit Enrichment und positivemVerstärkungstraining zu beschäftigen. Auch sie kann der Wissenschaft für ihre Untersuchungen dienen.

Noras Situation ist nicht einfach. Amy Cutting berichtete, dass Nora noch immer sehr ängstlich sei. „Ich denke, dass wir ein wenig zu optimistisch waren über unserer Fähigkeit, ihr Verhalten zu normalisieren.“

Trotzdem hat die junge Bärin in den letzten Wochen gute Fortschritte gemacht. Sie zeigt mehr Zuversicht, wenn sie die drei Außengehege der Eisbärenanlage erforscht, zu denen sie Zugang hat. Am Freitagmorgen wanderte sie durch zwei von diesen, legte ab und zu eine Pause ein, um Erdnussbutter von einem Plastikdeckel zu lecken und steckte den Kopf in einen orangefarbigen Verkehrskegel, um ihn dann wie einen Hut zu tragen.

Amy Cutting betonte wiederholt, dass Nora noch sehr viel „lernen muss, ein Bär zu sein“, da sie bisher nur Interaktionen mit Menschen erlebt hat. Aber nun ist kein anderer Eisbär mehr im Zoo, der für Nora als Mentor fungieren könnte, so steht die junge Eisbärin ein bisschen an einem Scheideweg. Der Zoo plante bereits in den kommenden Tagen mit einem Verhaltensspezialisten einen Plan auszuarbeiten, um Nora zu sozialisieren. Dieses Vorhaben bekommt nun eine zusätzliche Bedeutung, wenn Nora allein lernen muss ihre neue Umgebung zu erobern.

„Wir müssen neu starten und einen neuen Schlachtplan entwerfen“, fügte Amy Cutting hinzu. „Das nächsten Jahr wird definitiv eine Herausforderung für sie  sein.“ Man hofft, dass man es schafft Nora bis zu ihrem zweiten Geburtstag zu einer selbstbewussten Eisbärin zu erziehen, und man sie dann mit einen gleichaltrigen Eisbären in Portland vergesellschaften kann.

In der Zwischenzeit zahlt sich Tasul Vermächtnis und die Dinge, die die Eisbärin im Zoo ihren Pfleger beigebracht hat, bereits  für die jüngere Bärin aus. „Wir werden alles nehmen, was wir von Tasul gelernt und es für Nora verwenden“, endet Amy Cutting. „Sie wird auf jeden Fall unsere Hilfe brauchen.“

Quellen – sources :

Homepage des Oregon Zoos

http://www.oregonlive.com/portland/index.ssf/2016/11/tasul_oregon_zoos_elderly_pola.html

 

 

2 Antworten zu “Portland: Der Oregon Zoo trauert um Tasul, eine der ältesten Eisbärinnen der Welt

  1. Ruhe in Frieden,gute Tasul.

    LG Brigitte.

  2. Vielen Dank für den informativen Blog.

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