Auf Island wurde ein weiterer Eisbär getötet

Another polar bear shot on Iceland.

Hornstrandir (Island), 2. Mai 2011

Die Crew eines Fischerbootes hatte am Morgen des 2. Mai in bei Haeluvik auf der Halbinsel Hornstrandir einen Eisbären entdeckt. Sie berichtete, dass sie sich dem Bären auf etwa 30 Meter nähern konnten und das Tier keine Angst zeigte und entspannt wirkte, bevor es sich entfernte.

On on the morning of May 2, the crew of a fishing boat discovered a polar bear at Haeluvik on the Hornstrandir peninsula.  She reported that they had got to within 30 meters (100′) of the bear and that the animal seemed calm and unafraid before it disappeared.

Die Isländische Küstenwache begann daraufhin eine Suche mit einem Hubschrauber nach dem Tier. Nachdem man den Eisbären entdeckt hatte, entschied die Polizei von Isafjordur, dass das Tier erschossen werden sollte. Nach dem „Die Ankunft der Eisbären in Island“ Plan sind sie die zuständige Behörde, die diese Entscheidung treffen muss. Die Isländische Umweltagentur erklärte in einem Statement, dass man aufgrund des aufkommenden dichten Nebels in der Region, wo das Tier herumstreunte, keine sichere Überwachung möglich gewesen wäre. Es hätte die Gefahr bestanden, dass sich der Eisbär menschlichen Siedlungen genähert und Menschenleben gefährdet hätte.

The Icelandic Coast Guard then began a helicopter search for the animal.  When the bear had been spotted, a decision was reached by the police in Ísafjörður that the animal was to be shot.  According to the „Arrival of Polar Bears inIceland“ plan and its relevant agency, it was determined that this was the correct decision.  The Icelandic Environment Agency clarified in a statement, that because of thick fog in the area where the animal was roaming around, no secure monitoring would be possible.  It was confirmed that this represented a danger, that the polar bear had approached human communities and imperiled human lives.

Karte: Bjarki Sigursveinsson

Bei der Tötung des Eisbären unter der Leitung der Polizei von Isafjordur waren Mitarbeiter der Umweltbehörde, der Leiter des Veterinärdienstes und erfahrene Jäger anwesend. Der Kadaver des Tieres wurde mit dem Hubschrauber nach Isafjordur gebracht und wird nach Reykjavik transportiert werden, wo ihn das Naturhistorische Institut für Forschungzwecke erhalten wird.

The killing of the polar bear was carried out by employees of the Environment Agency, under the direction of police from Ísafjörður, and the Chief Veterinarian and experienced hunters were present.  The animal’s body was taken by helicopter to Ísafjörður and will be sent to Reykjavik, where it will be kept by the Natural History Institute for research purposes.

Hornstrandir ist die nördlichste Halbinsel Islands. Hier wurde 1975 ein Naturschutzgebiet eingerichtet. Es zählt zu den letzten unberührten Naturlandschaften Europas. Es gibt keine Infrastruktur auf der Halbinsel, keine Straßenverbindungen oder Einkaufmöglichkeiten. Die An- und Abreise muss entweder per Boot oder zu Fuß erfolgen. Normalerweise ist das größte Raubtier, das hier natürlich vorkommt, der Polarfuchs. Vor etwa fünfzig Jahren wurden die letzten Bauernhöfe auf der Halbinsel aufgegeben aufgrund der abgeschiedenen Lage und der schlechten Erträge. Einige der alten Gehöfte, die am Meer liegen, wurden renoviert und dienen als Sommerhäuser.

Hornstrandir is the northermost Icelandic peninsula.  It was here in 1975 that a nature reserve was established.  Is is one of the last untouched natural landscapes in Europe.  There is no authority on the peninsula, no road system or places to shop.  Entry and exit must be made either by boat or by foot.  Normally the largest predator living there is the Arctic fox.  It’s been fifty years or so since the last farm on the peninsula was abandoned on account of isolation and poor proceeds.  Some of the older farms along the edge of the sea have been renovated and used as summer houses.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden immer wieder Eisbären bei Island gesichtet. Der letzte Eisbär wurde im Januar 2010 getötet. Nach Aussagen der Behörden gab es es auch damals keine Alternative zu dem Abschuss.

In recent years, polar bears are again being spotted in Iceland.  The last polar bear killed was in January 2010.  According to reports by authorities, there is no alternataive to hunting them down and killing them.

In der Zwischenzeit sagte der Bürgermeister von Reykjavik, Jon Gnarr, dass er traurig über den Tod des Tieres sei. Seine Best Partei habe bereits damit begonnen, Mittel für ein Rehabilitationszentrum für Eisbären zu sammeln, wie er es im Wahlkampf versprochen hatte. Dort will der Politiker herumstreunende Eisbären unterbringen und sie falls nötig behandeln, um sie dann wieder gesund in ihrem natürlichen Lebensraum auf Grönland frei  zu lassen.

In the meantime, the mayor of Reykjavik John Gnarr said that he felt sad about the animal’s death.  As he had promised during his campaign, his Best Party has already begun to collect funds for a rehabilitation centre for polar bears.   There the wandering polar bears will be accommodated and treated, if necessary, until they can be returned to their natural habitat in Greenland.

Quellen/ Sources:

http://www.icenews.is/index.php/2011/05/02/westfjords-polar-bear-shot/
http://www.icenews.is/index.php/2011/05/02/stray-polar-bear-spotted-in-iceland/

Das Reykjavik Eisbär Projekt, das die Best Partei unterstützt – the Reykjavik Polar Bear Project supported by the Best Party (in English):

http://reykjavikpolarbearproject.org/banaskjal-a-ensku

Artikel aus den Jahren 2010 und 2008:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/eisbaer-auf-island-erschossen-der-weisse-bruno-1.65826
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,560292,00.html

Und wer sich für das Gegend interessiert, wo der Eisbär gesichtet wurde, findet hier mehr Informationen:

http://www.geo-reisecommunity.de/reisebericht/406180/1/HORNSTRANDIR-In-der-Wildnis-Islands
http://www.zeit.de/1984/24/die-sentimentale-reise-nach-hornstrandir

4 Antworten zu “Auf Island wurde ein weiterer Eisbär getötet

  1. Ja Ach Mensch , wir können zum Mond reisen schaffen es aber nicht einen Eisbären zu retten der hunderte von Kilometern nach Island
    schwamm , Wie arm im Geiste und Herzen sind Wie eigentlich ?
    LG Michaelmartin

  2. Das ist wirklich traurig-es muss endlich ein Schutzgehege her,damit nicht noch mehr unschuldige Bären abgeknallt werden müssen😦😦

    Hab die Petition unterschrieben .

    LG Marga

  3. Das ist keine gute Nachricht. 😦

    Es wird Zeit, dass dort wirklich eine Station gebaut wird, wo die Tiere unterkommen können. Sie zu erschießen, weckt in mir Wut und Trauer.

    LG Elke

  4. Ach, Mensch!!!:(

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