Berlin: Troll ist tot

Berlin, den 20. Februar 2015

Foto: catnip254

Foto: catnip254

Am Donnerstagmorgen fanden Tierpfleger des Tierparks Berlin Troll tot im Innengehege liegen. Troll war achtundzwanzig Jahre alt und litt schon länger an Leberkrebs. „Troll litt schon seit längerem an einer Leberkarzinomatose und war aufgrund dessen in den vergangenen Tagen schon nicht mehr auf der Außenanlage zu sehen“, sagte eine Zoo-Sprecherin.

On Thursday morning a keeper at the Berlin Zoo found Troll dead inside the facility.  Troll was twenty-eight years old and had long suffered from liver cancer.  “Troll has for a long time suffered from cancer of the liver and had not been seen in the outside exhibit for several days,” said a zoo spokeswoman.

Der tote Bär wurde an das Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) übergeben. Dort wurde festgestellt, dass Troll an dem vermuteten Leberkrebs gestorben ist.

The bear’s body was transferred to the Leibnitz Institute for Zoo and Wildlife (IZW), where it was determined that he had died of liver cancer. 

„Es ist immer traurig, wenn eines unserer Tiere stirbt. Allerdings sind wir froh, dass Troll von seinem Leiden erlöst wurde. Wir hätten ihn mit Medikamenten nicht weiter behandeln können“, so Direktor Dr. Andreas Knieriem.

“It’s always sad when one of our animals dies.  On the other hand we are happy that Troll was released from his suffering.  We could no longer manage to contain [his illness] with medication,” said Director Dr. Andreas Knieriem.

Troll wurde am 15. November 1986 in Wuppertal geboren. Die Eltern waren Nina und Boris. In Wuppertal blieb er bis zum Juli 1988. Von dort zog er in den Zoo Schwerin. Mit der Bärin Teddy, die vom Zoo Köln nach Schwerin „ausgeliehen“ wurde,  zeugte er in den Jahren 1992 und 1994 Jungtiere, die aber nicht aufgezogen wurden. 1995 brachte Teddy ein männliches Jungtier zur Welt, das sie auch aufzog. Trolls Sohn wurde Schneeball getauft. Doch am 21. Juli 1996 wurde dieses Jungtier von Troll im Spiel getötet. Troll verliess am 18. Februar 1997 den Zoo Schwerin und zog in den Tierpark Friedrichsfelde in Berlin. Dort lebte er viele Jahre mit der Bärin Aika zusammen.

Troll was born November 15, 1986 in Wuppertal.  His parents were Nina and Boris.  He stayed in Wuppertal until July 1988, then was taken off to the Zoo Schwerin.  With Teddy, a female borrowed from the Cologne Zoo, he fathered cubs in 1992 and 1994, but they were not raised.  In 1995 Teddy had a male cub.  Troll’s son was named Snowball.  On July 21, 1996, the cub was killed by Troll during play.  Troll left the Zoo Schwerin on July 21, 1996 and moved to the Friedrichsfelde Zoo in Berlin.  There he lived for a long time with a female partner Aika.

Um in Berlin die Möglichkeit einer neuen Zucht  zu schaffen wurde Troll im August 2011 in den Zoo Berlin verbracht um mit den drei Eisbären Tosca, Nancy und Katuscha zusammenzuleben. Diese Zusammenführung wurde allerdings auf Grund eines öffentlichen Drucks im September 2011 wieder beendet und Troll wieder in den Tierpark gebracht.

In order to take advantage of the possibility of a new cub, in August 2011, Troll was placed at the Berlin Zoo, so he would be together with three females Tosca, Nancy, and Katuscha.  This pairing was terminated, however, due to public pressure in September 2011, and Troll returned to the Friedrichsfelde Zoo.

Dort lebte dann Troll bis zu seinem Tod. Er konnte in den letzten Jahren im Tierpark Berlin die Außenanlage nur im Wechsel mit den anderen Eisbären besuchen.

He lived there until his death.  During his last years he could only visit the grounds of the Berlin Zoo in rotation with the other polar bears.

Troll war ein Charakterbär mit einem eindrucksvollen Gesicht, der seinen Pflegern und auch den Besuchern ans Herz gewachsen war.

Troll was a bear with character.  He had an impressive face that his keepers and visitors will remember in their hearts.

Troll 01Troll 04Troll im Tierpark Friedrichsfelde in Berlin

 

Die ersten beiden Bilder sind von catnip254 und stammen aus dem Jahr 2014, das letzte Bild ist von einem unserer Besuche im Tierpark Friedrichsfelde im Sommer 2009. Es zeigt Troll in seiner bevorzugten Lage, so werde ich mich an ihn erinnern.

The first two pictures are from catnip254 and were taken in 2014; the last pictures came from our visit to the Friedrichsfelde Zoo in the summer of 2009.  It shows Troll in his favorite position.  I will remember him.

http://www.morgenpost.de/berlin/article137653073/Troll-ist-tot-Eisbaer-im-Tierpark-an-Leberkrebs-gestorben.html

8 Antworten zu “Berlin: Troll ist tot

  1. Pingback: Eisbär Troll – 1986 + 2015 | polarbeargermany

  2. Hallo LeenaP,
    ich habe ja betont, dass ich mir kein Urteil anmaße. Und mir ging es auch nicht darum, dass Troll im Freigehege spielen konnte; wenn er es wollte, dann hätte er das auch in den Abend- und Nachtstunden tun können.
    Mir ging es einzig und allein um das SONNENLICHT oder auch nur Tageslicht, von dem Troll meiner Meinung nach etwas zu wenig abbekommen hat in den letzten Monaten.
    Herzliche Grüße
    Heid aus Erlrangen

  3. Liebe Heidi,

    soeben habe ich dein Posting gelesen. Woher hast du bloß die Vermutung, dass Troll nach Tonjas und Wolodjas Ankunft nur noch in der Dunkelheit aus seinem Stall kam? Nachmittags, so gegen 15:00/16:00 Uhr, ließ man die anderen Bären rein – in welcher Konstellation auch immer – und Troll kam raus. Als er noch gesünder war, hatte er sicher Freude an seinem Leben. Ich habe Fotos davon, wie er sich genüsslich im Schnee wältzt, im Wassergraben schwimmt, einen riesigen Fisch frisst, den man eigens für ihn auf die Anlage getragen hat, eine Melonenscheibe frisst, die ein Pfleger ihm ins Wasser geworfen hatte … Man konnte aber sehen, wie seine Kräfte nachließen.

    R.I.P, lieber Troll.

    LeenaP

  4. Ruhe in Frieden,lieber Troll.

    Traurige Grüße von Brigitte.

  5. Hallo Heidi, ich schließe mich deinen Worten voll und ganz an!

    Danke an dich, liebe Uli, für die ausführlichen Informationen über Troll, die mir bislang unbekannt waren.
    Troll ist nun erlöst von seinen Altersbeschwerden und Schmerzen. Seine begrenzte Außenanlagenutzung nach der Ankunft der zwei Youngsters ist ein wirklich trauriges und unrühmliches Kapitel im Tierpark Berlin.
    Ich hätte Troll so gerne noch einige schöne warme Frühlingstage in der Sonne gewünscht.
    Ruhe sanft du schöner Bär mit dem charaktervollsten Bärengesicht ever!
    Britta-Gudrun

  6. Hallo liebe Ulli,
    es tut mir sehr leid und auch weh, dass Troll gestorben ist. Wie so viele, hab auch ich ihn gern gemocht.
    Er war ein großartiger Bär.
    Ich habe nicht gewusst, dass er in Schwerin Nachwuchs gezeugt hatte und auch nicht, dass
    sein lebender Nachwuchs im Spiel von ihm getötet wurde.
    Hast du darüber berichtet und wenn ja, wo finde ich deinen Bericht?
    Es macht mich traurig, dass jetzt so nach und nach die Zeit der alten Eisbären abläuft.:(
    Man kannte sie so gut und möchte eigentlich nicht auf sie verzichten.
    Aber so ist des Lebens Lauf.

    LG Brigitte

  7. Ich bin so traurig über seinen Tod. RIP lieber Troll.

  8. Ich bin unendlich traurig über den Tod von Troll, er war so ein prächtiger, stattlicher Eisbärenmann. Dass er von einem langen Leiden erlöst wurde, lässt den Verlust ein wenig leichter ertragen.
    Ich bin weit davon entfernt, ein Eisbärenexperte zu sein, aber für meine Begriffe wurde Troll in den letzten Jahren nicht gut behandelt. Erst wird er zweimal durch das glühend heiße Berlin gekarrt, um mit den Mädels Nachwuchs zu zeugen. Und dann kam er, nach Tonyas und Wolodjas Ankunft, nur noch in der Dunkelheit aus seinem Stall. Ich will niemandem einen Vorwurf machen, dazu habe ich absolut kein Recht, aber ich frage mich immer noch, warum Troll und Aika, Wolodja und Tonya nicht wirklich im „Wechsel“ auf die Anlage kamen: an einem Tag bleibt Troll im Stall und am nächsten Tag wären Aika und die anderen beiden im Stall geblieben und Troll hätte wenigstens jeden zweiten Tag etwas Sonne abbekommen.
    Traurige Grüße
    Heidi aus Erlangen

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