Spitzbergen: Eine gute Nachricht zum Jahresende

23. Dezember 2015

Foto: Tiago Marces/ Norwegian Polar Institute

Foto: Tiago Marces/ Norwegian Polar Institute

Diese Meldung habe ich für Silvester aufgehoben. Bei all den schlechten Nachrichten im Jahr 2015 tut es gut mit einer positiven Meldung das Jahr zu beenden. Diese hier kommt von Spitzbergen.

I’ve kept this little bit of news for New Year’s Eve. Besides all the bad news in 2015, here’s a positive message to end the year. And it comes from Spitzbergen.

Wissenschaftler vom Norwegischen Polarinstitut haben in diesem Spätsommer eine Zählung der Eisbären auf der Inselgruppe Spitzbergen und dem norwegischen Teil der Barentssee durchgeführt. Es war die erste Bestandsaufnahme der Eisbären seit 2004.

In late summer, scientists at the Norwegian Polar Institute have carried out a census of polar bears in the Spitsbergen Archipelago and the Norwegian sector of the Barents Sea. It was the first such count since 2004.

Es gibt auf den Internetseiten des Norwegischen Polarinstituts einen Blog über die Durchführung dieser Studie im August 2015, in dem der Biologe Magnus Andersen vom Norwegischen Polarinstitut, Tiago Marces, ein Bio-Statistiker von der University of St Andrews, und der Fotograf Nick Cobbing von ihren Erlebnissen während der Untersuchung berichten.

On the Norwegian Polar Institute’s website, there is a blog on the progress of this study in August 2015, in which the biologist Magnus Anderson, of the Norwegian Polar Intitute; Tiago Marces, a bio-statistician from the University of St. Andrews, and photographer Nick Cobbing report their experiences during the census.

Das Ergebnis der Untersuchung konnte jetzt der Polarforscher und Projektleiter des Norwegischen Polarinstitut Jon Aars bekanntgeben. Die Population der Eisbären im norwegischen Teil der Barentssee hat im Vergleich zu 2004 deutlich zugenommen. Damals wurde eine Population von 685 Eisbären ermittelt. Die aktuelle Untersuchung erbrachte eine Zahl von 975 Eisbären. Dies entspricht einem Zuwachs von 42 %.  Natürlich basieren beide Zahlen auf Schätzungen, die durch die konkreten Sichtungen gestützt werden, und unterliegen folglich einer gewissen Unsicherheit. Trotzdem kann man sagen, dass die Population sicher gewachsen ist.

The Polar Institute’s Jon Aars, project leader and manager, is now able to announce the results of the study. The population of polar bears in the Norwegian sector of the Barents Sea has evidently risen significantly since 2004. At that time, there was a population 685 bears counted. The present project reported 975 polar bears, an increase of 42%. Of course, both numbers are based on sampling and observation, so the figures cannot be taken as absolutely accurate.

Die Bären waren in einem gutem Zustand, sagte der Polarforscher Jon Aars. Im Jahr 2014 gab es gute Eisbedingungen und damit ausreichend Nahrung für die Eisbären. Wenn es aber viele Jahre in Folge schlechte Eisbedingungen gibt, könnte dies schwerwiegende Folgen für die Eisbären haben. Jon Ars fügt hinzu, dass ein Anstieg nicht sehr überraschend kam, da die Eisbären erst vor 40 Jahren unter strengem Schutz gestellt wurden. In der Zeit davor wurde eine große Zahl von Jägern getötet und so gab es nur eine geringe Zahl Tiere. Die Schutzmaßnahmen haben dafür gesorgt, dass sich die Population wieder erholt hat.

The bears seem to be in good condition, reported project manager Jon Aars. In 2014, there were good ice conditions, which means a good food supply for the bears. But should bad ice conditions prevail for several years, this would have serious consequences for the bears. Jon Ars added that such a big increase is not surprising because the animals were placed under strict protection only forty years ago. Before that, many animals were killed, so the actual populaltion was small, so because of the protection, the numbers have rebounded.

Diagramm: National Snow and Ice Data Center

Diagramm: National Snow and Ice Data Center

Der Trend für die Eisbedeckung in der Arktis ist jedoch, dass diese sowohl in Umfang und als auch an Dicke abnimmt. Es wird erwartet, dass die Bedingungen sich auch weiterhin für vom Eis abhängige Arten, wie die Eisbären, verschlechtern.

The trend for ice formation in the Arctic suggests that it will decrease both in size and thickness.  It is expected that ice conditions will slowly deteriorate for ice-dependent species, like the polar bears.

Ende November 2015 lag die Größe des Meereises in der Arktis bei etwa 10 Millionen Quadratkilometern und damit 910.000 Quadratkilometer niedriger als der Durchschnitt aus den Jahren 1981-2010 beziehungsweise 230.000 Quadratkilometer über dem niedrigst gemessen Stand aus dem Jahr 2006. Rund um die Inselgruppe Spitzbergen gibt es keine geschlossene Eisdecke. Auch die Aktuelle Karte des National Snow & Ice Data Center der USA zeigt eine entsprechende Situation. Die momentane Wettersituation, bei der ungewöhnlich hohe Temperaturen rund um den Nordpol gemessen werden, gibt Grund für Besorgnis.

At the end of November 2015, the Arctic sea ice measured about 350,000 sq. mi.,about 350 sq. mi. smaller than the averages for the years 1981-2010, with the lowest measure in 2006. Around the Spitsbergen archipelago,, there was not a solid ice sheet. The current charts of the US National Snow & Ice Data Center shows a similar result. At the moment, the elevated temperatures around the North Pole, give reason for concern.

Die Wissenschaftler vom Norwegischen Polarinstitut bedauern, dass sie nur Bestandszahlen für den norwegischen Teil der Barentssee ermitteln konnten, da die Russen, anders als 2004, nicht die notwendigen Genehmigungen erteilt hatten, die Untersuchung auch in dem Teil durchzuführen, der zu Russland gehört.

The scientists at the Norwegian Polar Institute regret that they were only able to offer an estimate for the Norwegian Sector of the Barents Sea, because dissimilarly to 2004, they were not offered access to the Russian Sector.

Aber auch hier gibt es eine positive Nachricht, die zumindest für die Zukunft hoffen lässt. Bei einem Treffen der russisch-norwegischen Kommission für Umweltschutz Anfang Dezember wurde beschlossen im Zukunft wieder enger zusammenzuarbeiten bei dem Management, der Beobachtung und der Forschung der Eisbärenpopulation der Barentssee.

So here is some good news, which offers at least some hope for the future.  In one of the meetings of the Joint Russian-Norwegian Commission on Environmental Protection, it was decided in early December, that in future, there would be greater cooperation in the management, the observation, and the research of the polar bear population in the Barents Sea. 

Quellen – Sources:

http://www.npolar.no/en/news/2015/12-23-counting-of-polar-bears-in-svalbard.html

http://www.npolar.no/no/nyheter/2015/08-03-isbjorntokt.html

http://programmes.putin.kremlin.ru/bear/news/25223

http://nsidc.org/arcticseaicenews/

Eine Antwort zu “Spitzbergen: Eine gute Nachricht zum Jahresende

  1. Es ist ja „lobenswert“, dass die Russen und die Norweger anscheinend wieder enger zusammenarbeiten wollen!
    Ich frage mich allerdings, warum das nicht de Norm ist und warum man nicht alles tut, was dem Wohlergehen dieser schoenen Baeren zu Gute kommen koennte!

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